9.1.2020 – Unzählige Male wurde sich schon die Klinke in die Hand gegeben. Gesprochen wurde in den vergangenen Jahren schon viel. Jetzt kommt Bewegung in die Sache. 15 Millionen Euro investiert der Freistaat Bayern in die Zukunft der Fachschule für Produktdesign. Neben der Zusage für den Neubau soll hier bei einem neuen Studiengang Design gar ein Bachelor-Abschluss gemacht werden können.
„Machen es nicht wir, dann machen es andere“, ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder überzeugt vom Projekt und der Qualität der Schule. Bereits im Oktober kündigte er in seiner Regierungserklärung an, die Fachschule als Teil der High-Tec Agenda aufzunehmen und die Region damit zu unterstützen. Nun besuchte er die Einrichtung vor Ort höchstpersönlich. Freudestrahlen gab es ob der guten Nachrichten natürlich bei den Kommunalpolitikern, den hiesigen Landtagsabgeordneten und natürlich bei Schulleiter Dr. Bernhard Nitsche: „So wie wir vor 25 Jahren durch die Entwicklung vom Porzellan zum Produktdesign die Zukunft der Fachschule gesichert haben, so wird das neue Designstudio und die Kooperation mit der Hochschule Hof die Zukunft für die nächsten 25 Jahre sichern“, kann Nitsche positiv in die Zukunft blicken.
Das langjährige Gezeter und viele Diskussionen in den Ministerien um die Zukunft der Fachschule habe Söder zuletzt nicht mehr gefallen, selbst habe er sich folglich dem Thema angenommen. Nicht nur, weil er ein Franke ist, wie er kurz scherzte. Er lobte die Ideen und Bemühungen rund um die Einrichtung. Er betonte, dass es für die Struktur Bayerns wichtig sei, weg von den Ballungszentren auch in allen Teilen des Freistaats in die Zukunft zu investieren. „Gute Ideen finden auch Geld“, sieht er es positiv, dass gerade im Landkreis Wunsiedel nicht gejammert, sondern nach vorne geblickt werde. „Jeder Euro, der jetzt nicht investiert wird, entwickelt sich zu einem Negativzins in der Zukunft“, zählt für Söder gerade die Unterstützung der Entwicklung der Automobilindustrie als eines der wichtigsten Industriebereiche, trage diese schließlich zum allgemeinen Wohlstand bei: „Ohne die Automobilität hätte Bayern ein großes Problem!“ Produktdesign spiele eine ganz zentrale Rolle, das aber auch nicht nur rein beim Automobildesign, bescheinigt der Ministerpräsident den Schülerinnen und Schülern ein hohes Maß an Kompetenz in den verschiedensten Bereichen.
„Mit der Entscheidung, 15 Millionen Euro zu investieren, kann nun schnell losgelegt werden“, verspricht Söder. Die Voraussetzungen für die Weiterentwicklung der Fachschule für Produktdesign sind gegeben, die weiteren Planungen und ein Architektenwettbewerb können eingeleitet werden. Mit Wissenschaftsminister Bernd Sibler werde dafür gesorgt, dass in Selb in Kooperation mit der Hochschule Hof ein neuer Studiengang Design eingerichtet werden kann. Eine akademische Bildung mit einem Bachelor-Abschluss wird so möglich sein.