13.6.2026 – Regen über dem Goldberg, ein einigermaßen gut besetztes Festzelt und viele emotionale Worte zur Geschichte der Stadt: Mit einem feierlichen Festakt hat Selb am Freitagabend offiziell das Jubiläum „600 Jahre Stadtrechte“ gefeiert. Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Stadtgeschehen kamen zusammen, um auf sechs Jahrhunderte Stadtgeschichte zurückzublicken und zugleich den Blick nach vorne zu richten.
Im Mittelpunkt stand dabei ein gemeinsamer Eintrag in das Goldene Buch der Stadt. Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch verewigte sich gemeinsam mit Ehrengästen wie Regierungspräsident Florian Luderschmid, Landrat Peter Berek sowie weiteren Vertretern des öffentlichen Lebens. „Nur gemeinsam lässt sich Stadtgeschichte schreiben“, betonte Pötzsch.
Der Oberbürgermeister spannte in seiner Ansprache den Bogen von der Stadtrechtsverleihung im Jahr 1426 über den Wiederaufbau nach dem großen Stadtbrand bis hin zur Entwicklung Selbs als Porzellanstadt, Wirtschaftsstandort und Hochschulstadt. Trotz vieler Krisen und Herausforderungen habe sich die Stadt immer wieder neu erfunden und weiterentwickelt.
Auch Regierungspräsident Florian Luderschmid würdigte Selb als Stadt des Wandels und der Innovation. Landrat Peter Berek hob insbesondere den Zusammenhalt der Menschen hervor und bezeichnete Selb als „Weltstadt des Porzellans“. Statt eines klassischen Geschenks versprach er der Stadt seine Unterstützung und Verbundenheit.
Für einen etwas unterhaltsamen Teil des Abends sorgte Heimatforscher Adrian Roßner, der die Stadtgeschichte zumindest mit humorvollen Anekdoten und fränkischem Charme auflockerte. Zwar kam sein lockerer Vortragsstil beim Publikum durchaus an, inhaltlich blieb der Beitrag an manchen Stellen jedoch eher oberflächlich, dabei konnte er die Tiefe früherer geschichtlicher Beiträge nicht immer erreichen und brachte Historisches gar auch komplett fehlerhaft rüber. Dennoch gelang es ihm in seinem Vortrag trotz fehlenden Wissens, die Gäste, sofern mit der Tiefe weniger betraut, immer wieder zum Schmunzeln zu bringen und einen Teil der Geschichte Selbs kurzweilig zu präsentieren. Hängen blieben zumindest die Worte zum Schluss: „Selb kann Krise. Selb kann aber auch viel mehr. Selb kann neu anfangen, Selb kann sich neu erfinden. Und. Selb kann gemeinsam feiern!
Emotional wurde es schließlich, als die amtierenden Stadträte gemeinsam mit den Ehrengästen auf die Bühne gebeten wurden, um sich ebenfalls im Goldenen Buch einzutragen. Dabei dankte Pötzsch ausdrücklich dem Künstler Erwin Badmüller, der das Goldene Buch seit Jahren gestaltet.
Im Anschluss ging der Abend nahtlos in den musikalischen Teil über. Die bayerische Kultband „The Heimatdamisch“ sorgte mit rockigen Klassikern im alpenländischen Stil für beste Stimmung im Festzelt. Musikalisch und technisch bot die Formation eine starke Show mit professioneller Lichttechnik und großem Unterhaltungswert. Trotz der überzeugenden Performance hätten die Musiker allerdings durchaus mehr Publikum vor der Bühne verdient gehabt. Bis 23 Uhr wurde dennoch ausgelassen gefeiert und das Jubiläum stimmungsvoll begangen.
selb-live.de – Michael Sporer


