22.8.2026 - Mit einem festlichen Kommers hat die Freiwillige Feuerwehr Wildenau am Freitagabend ihr Jubiläumswochenende zum 140-jährigen Bestehen eröffnet. Im Mittelpunkt des Abends standen die Geschichte der Wehr, die Menschen hinter der Feuerwehr und die Bedeutung von Gemeinschaft und Einsatzbereitschaft für den Selber Ortsteil.
Martin Stäsche, einer der Hauptorganisatoren des Festwochenendes, begrüßte die zahlreichen Gäste und Ehrengäste. Sein besonderer Dank galt der gesamten Mannschaft, die über viele Monate hinweg die Feierlichkeiten vorbereitet hatte. Auch Nachbarn, Sponsoren, Unterstützer und zahlreiche Helfer wurden ausdrücklich gewürdigt.
Dass das Jubiläum nicht allein eine organisatorische, sondern vor allem eine gemeinschaftliche Leistung ist, wurde in den Ansprachen immer wieder deutlich. Stäsche hob den Zusammenhalt im Dorf hervor, der sich nicht nur bei der Vorbereitung des Festes, sondern auch im Alltag zeige. Die Feuerwehr sei dabei weit mehr als eine Organisation für den Ernstfall: Sie sei Treffpunkt für Jung und Alt und ein fester Bestandteil des Dorflebens – und damit auch ein Grund, weshalb von politischer Seite diese Feuerwehren nicht in Frage gestellt werden dürften.
Kommandant Jonas Künzel schlug in seiner Ansprache den Bogen von den Anfängen seiner eigenen Feuerwehrerfahrung bis zur heutigen Zeit. Seine persönlichen Erinnerungen reichten von den ersten neugierigen Blicken auf Feuerwehrautos und Übungen über das jährliche Feuerwehrfest bis hin zu den ersten eigenen Einsätzen. Feuerwehr, so wurde deutlich, bedeute für ihn und viele andere weit mehr als Ausbildung und Einsatzdienst. Kameradschaft, gemeinsame Erlebnisse und das Vereinsleben gehörten ebenso dazu.
Dabei machte Künzel deutlich, wie unterschiedlich die Menschen Feuerwehr wahrnehmen können: als Retter im Einsatz, als Gemeinschaft, als Teil des Dorflebens oder auch als Gastgeber eines Feuerwehrfestes. Für die Mitglieder selbst werde Feuerwehr mit der Zeit zu einem Stück Identität.
Den ausführlichen Blick zurück übernahm Vorsitzender Helmut Schlott. Die Geschichte der Wildenauer Feuerwehr reicht dabei tatsächlich noch weiter zurück als die 140 Jahre der Freiwilligen Wehr. Bereits 1877 beschloss die Gemeinde die Einrichtung einer Pflichtfeuerwehr. Am 10. Juni 1886 gründeten schließlich 27 Mitglieder die Freiwillige Feuerwehr Wildenau. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Wehr sowohl organisatorisch als auch technisch kontinuierlich weiter.
Von der Saug- und Druckspritze aus dem Jahr 1878 über die erste Motorspritze 1925 bis hin zu moderner Feuerwehrtechnik spiegeln die historischen Stationen den Wandel im Feuerwehrwesen wider. Gleichzeitig blieb ein Element über die Jahrzehnte konstant: die Bedeutung der Gemeinschaft.
Besonders prägende Jahre waren unter anderem die 1970er-Jahre. 1974 wurde erstmals ein Feuerwehrfest gefeiert und zugleich der Bau eines neuen Feuerwehrhauses angestoßen. Das neue Gebäude wurde 1976 eingeweiht. Zahlreiche Erweiterungen und Umbauten wurden anschließend in Eigenleistung umgesetzt. 1983 folgte die Gründung der Jugendgruppe, womit ein wichtiger Grundstein für die Nachwuchsarbeit gelegt wurde.
1986 feierte die Wehr ihr 100-jähriges Bestehen mit Festkommers, Festzug und Festbetrieb. Vier Jahrzehnte später steht nun das 140-jährige Jubiläum im Mittelpunkt. Auch in jüngerer Vergangenheit wurde die Entwicklung fortgesetzt: 2017 wurde die Kinderfeuerwehr gegründet. Damit reicht die Feuerwehr Wildenau heute vom Nachwuchs bis zu den langjährigen und erfahrenen Kameradinnen und Kameraden.
Aktuell zählt die Wehr 29 Aktive, acht Passive, 23 Fördernde und sieben Ehrenmitglieder. Hinzu kommen sieben Kinder in der Kinderfeuerwehr. Für die Verantwortlichen ist diese Entwicklung zugleich Verpflichtung und Zukunftsperspektive.
Denn bei allen technischen Veränderungen, die die Feuerwehr in 140 Jahren erlebt hat, bleibt die zentrale Grundlage dieselbe: Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und füreinander einzustehen. Genau darin liegt die besondere Bedeutung des Jubiläums. Es ist nicht nur ein Rückblick auf vergangene Generationen, sondern auch ein Dank an alle, die die Feuerwehr Wildenau geprägt haben und bis heute tragen.
Glückwünsche zum Jubiläum überbrachten unter anderem Landrat Peter Berek für den Landkreis Wunsiedel, Selbs dritter Bürgermeister Patrick Zeidler, Stadtbrandinspektor Mario Hoffmann und Kreisbrandrat Christian Leppert. Auch Vertreter befreundeter Vereine gratulierten der Wildenauer Wehr, darunter Thomas Mühle vom FGV und Björn Friese vom TuS Erkersreuth.
Mit dem Festkommers ist der offizielle Auftakt des Jubiläumswochenendes gemacht. Gefeiert wird in Wildenau jedoch noch zwei Tage weiter. Am heutigen Samstag, 22. August, beginnt ab 18 Uhr der Festbetrieb im Festzelt und rund um das Feuerwehrhaus. Um 19 Uhr steht unter anderem ein Beerpong-Turnier auf dem Programm.
Der große Abschluss folgt am Sonntag, 23. August. Nach dem Frühschoppen ab 10 Uhr steht um 13 Uhr der Festumzug durch Wildenau auf dem Programm. Am Nachmittag warten Kaffee und Kuchen auf die Besucher, für die jüngsten Gäste sind Pony-Kutschfahrten vorgesehen. An allen Festtagen ist für Essen und Getränke gesorgt.
Die Freiwillige Feuerwehr Wildenau hat damit allen Grund, ihr 140-jähriges Bestehen gebührend zu feiern und lädt die Bevölkerung ein, beim Jubiläumswochenende dabei zu sein.
selb-live.de – Michael Sporer


