29.7.2026 - Für die Stadt Selb ist das Jahr 2026 etwas ganz Besonderes: Sie feiert ihr 600-jähriges Stadtjubiläum. Ein anderes Datum jährt sich dieses Jahr ebenfalls: der 25. Todestag von Philip Rosenthal. 1916 in Berlin geboren, bekam Philip Rosenthal das Porzellan gewissermaßen in die Wiege gelegt. Kein Wunder, denn sein Vater, ebenfalls ein Philipp, war Gründer der gleichnamigen Porzellanfirma.
Die Form des Selblings 2026 ist von der Abenteuerlust und dem Entdeckergeist seines Namensgebers Philip Rosenthal inspiriert. Als stilisierte Abenteurerfigur steht er für Mut, Neugier und den Willen, neue Wege zu gehen. So verbindet der Selbling im Jubiläumsjahr auf besondere Weise die Persönlichkeit Philip Rosenthals mit seiner Heimatstadt Selb.
Nachdem er in den 1930er Jahren von seinem Vater zum Studium an das Exeter College in Oxford geschickt worden war, meldete sich der junge Philip 1939 in Marseille freiwillig für die französische Fremdenlegion. Nach seiner Flucht aus der Legion nach England arbeitete er im Foreign Office.
Auf Wunsch seiner Mutter Maria kehrte er 1947 nach Selb zurück, um sich um die Rückerstattungsansprüche der Familie zu kümmern. Er wollte nur kurz bleiben, die Verhandlungen dauerten jedoch länger als gedacht. 1950 trat er dann als Werbeleiter ins Unternehmen ein, bereits 1952 leitete er die Produktgestaltung und 1958 übernahm er den Vorsitz im Vorstand. Aus dem väterlichen Porzellanunternehmen machte er eine international bekannte Marke für modernes Design. Er verband Porzellan mit Kunst, Architektur und zeitgemäßer Gestaltung und holte namhafte Künstlerinnen und Künstler, Designerinnen und Designer nach Selb, die sich nicht nur im „weißen Gold“ verewigten. Aber auch privat liebte Philip Rosenthal das Außergewöhnliche: Er war Hobbyflieger, umschwamm die Insel Gran Canaria, war passionierter Bergsteiger und fünfmal verheiratet.
Seine politische Überzeugung führte ihn zur SPD, für die er in den Bundestag einzog. Später wurde er Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium.
Am 27. September 2001 starb Philip Rosenthal in Selb. Beigesetzt wurde er im Garten von Schloss Erkersreuth, seinem Familiensitz. Bis heute ist sein Name eng mit Selb, Porzellan und modernem Design verbunden.
Die Selblinge - wie sie liebevoll genannt werden - sind die kleinen Porzellankobolde und Maskottchen des Porzellanikon - Staatliches Museum für Porzellan, Selb und Hohenberg a.d.
Eger. Der Sage nach versteckten sich die kleinen Wesen vor langer Zeit in den Wiesen und Wäldern rund um Selb und spielten den Spaziergängern so manchen Streich. Wenn man einen Selbling entdeckte und mit ihm in Berührung kam, übertrugen sie - so die Sage - ihre positiven Eigenschaften auf die Menschen. Die kleinen, freundlich aussehenden Figuren wurden im Porzellanikon nachgebildet und immer pünktlich zum Fest der Porzelliner herausgegeben. Ihre Namen erhielten sie von den Kuratorinnen und Kuratoren des Porzellanikon, die sich mit der Erforschung der Geschichte der Porzellanindustrie in Nordostbayern beschäftigen.
Der diesjährige Selbling „Philip“, der als Nr. 22 die Selbling-Familie fortführt, ist beim Porzellinerfest am Samstag, den 1. August 2026, am Infostand des Porzellanikon an der Kreuzung Schillerstraße/Bahnhofstraße, zum Preis von 6,00 Euro erhältlich.
selb-live.de – Presseinfo Porzellanikon

