14.7.2026 – Vier Tage Ausnahmezustand, unzählige Begegnungen und ein Fest voller Emotionen: Mit einem stimmungsvollen Montag ging das Selber Heimat- und Wiesenfest 2026 zu Ende. Noch einmal zeigte sich die Porzellanstadt von ihrer festlichsten Seite. Bei strahlendem Sommerwetter wurde auf dem Goldberg gefeiert, gelacht und gemeinsam eine Tradition gelebt, die Generationen verbindet.
Frühschoppen: Der Goldberg erwacht
Schon am frühen Morgen zog es zahlreiche Besucher auf den Goldberg. Zum traditionellen Frühschoppen füllten sich Biergarten und Festzelt rasch mit Firmen, Vereinen, Stammtischen und Familien. Zwischen Weißwurst, Brezen und einer frisch gezapften Maß entwickelte sich schnell jene besondere Atmosphäre, die das Selber Wiesenfest Jahr für Jahr auszeichnet.
Zu den Klängen der Musik wurde angestoßen, gesungen und geschunkelt. Nicht selten verwandelten sich die Bierbänke in Tanzflächen, während im Festzelt ausgelassen gefeiert wurde. Auch auf dem gesamten Festgelände herrschte beste Stimmung. Ein Vormittag ganz im Zeichen von Geselligkeit und Tradition.
Geschichte zum Leben erweckt
Am Mittag folgte einer der letzten großen Höhepunkte des Festes. Erneut zog der farbenfrohe Festzug durch die Selber Innenstadt und begeisterte die Zuschauer entlang der Strecke.
Mit viel Kreativität, Liebe zum Detail und großem Engagement präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihre Beiträge zum Jubiläum „600 Jahre Stadt Selb“. Ob historische Ereignisse, berühmte Persönlichkeiten, traditionelle Handwerksberufe oder die Geschichte der Porzellanindustrie, die Kinder und Jugendlichen ließen die Vergangenheit der Stadt auf beeindruckende Weise lebendig werden. Stolz präsentierten sie ihre aufwendig gestalteten Kostüme, Requisiten und Bilder und wurden dafür mit lang anhaltendem Applaus belohnt.
Auf dem Goldberg wartete anschließend bereits das nächste Programm. Beim Hahnenschlagen, Armbrustschießen und Kegeln bewiesen die Schulkinder Geschick und Ehrgeiz. Die traditionellen Reigen sorgten einmal mehr für Begeisterung und zeigten eindrucksvoll, wie lebendig das Brauchtum bis heute gepflegt wird.
Ein Abschied mit vielen Emotionen
Als sich der Festtag langsam dem Ende zuneigte, versammelten sich die Besucherinnen und Besucher ein letztes Mal auf dem Selber Marktplatz. Zwischen den Menschen leuchteten unzählige bunte Luftballons. Die besondere Stimmung lag förmlich in der Luft, geprägt von Freude über ein gelungenes Fest und zugleich von der Wehmut des Abschieds.
Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch nutzte die Abschlussfeier, um allen zu danken, die zum Gelingen des Wiesenfestes beigetragen hatten. Sein Dank galt den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern ebenso wie den Lehrkräften, Vereinen, Musikerinnen und Musikern sowie allen weiteren Beteiligten, die das traditionsreiche Wiesenfest – und hier erwähnte er noch einmal, dass es gelungen ist, mit dem Heimatfest nun offiziell als immaterielles Kulturerbe Bayern zu zählen - Jahr für Jahr mit Leben erfüllen.
Einen besonders bewegenden Moment erlebten die Festgäste beim gemeinsamen Singen von „Kein schöner Land“ und der Nationalhymne. Spätestens als unter dem traditionellen Schlachtruf „Vit, vat, hoch…“ tausende bunte Luftballons in den Himmel stiegen, wurde deutlich: Das Wiesenfest 2026 gehört bereits wieder der Geschichte an.
Ein letztes Mal feiern
Doch bevor endgültig Abschied genommen wurde, zog es viele Besucher noch einmal hinauf auf den Goldberg. Dort wurde bis in die Abendstunden gefeiert. Der Selber Spielmanns- und Fanfarenzug verabschiedete sich auf ganz besondere Weise mit einer Fahrt auf dem historischen Karussell und sorgte damit noch einmal für viele lächelnde Gesichter.
Musikalisch wurde der Schlusstag von Gery & the Johnboys sowie der Band „Geile Zeit“ begleitet, die das Festzelt und den Außenbereich noch einmal in eine große Party verwandelten. Es wurde gesungen, getanzt und geschunkelt, ehe mit der traditionellen Goldberghymne ein letztes Mal das Gemeinschaftsgefühl des Selber Wiesenfestes spürbar wurde.
Die Vorfreude beginnt von Neuem
Als sich die Lichter auf dem Festplatz langsam ausschalteten und die letzten Besucher den Goldberg verließen, blieb vor allem eines zurück: die Erinnerung an vier außergewöhnliche Festtage voller Tradition, Gemeinschaft und Lebensfreude.
Und wie so oft nach dem letzten Lied stellte sich schon die nächste Frage: Wann ist endlich wieder Wiesenfest? Die Antwort: Vom 9. bis 12. Juli 2027 heißt es in Selb wieder: „Vit, vat, hoch!“ – und die Vorfreude darauf hat längst begonnen.



