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schloss erkersreuth 0726111.7.2026 - Schritt für Schritt wird die Zukunft von Schloss Erkersreuth sichtbarer: Bei einem Besuch der Baustelle haben sich jüngst Martin Schöffel, MdL Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat sowie Regierungspräsident Florian Luderschmid und Landrat Peter Berek über den Stand der laufenden Maßnahmen informiert.

Im Fokus standen die Sicherung der einzigartigen Ausstattung des Schlosses und die aktuell laufenden Arbeiten am Dachstuhl. Die umfängliche Dachsanierung bildet die Grundlage dafür, Schloss Erkersreuth dauerhaft zu sichern und anschließend weiterzuentwickeln.

 

Vom Dach zum zweiten Bauabschnitt

Alles in allem rechnet die Stiftung Kulturerbe Bayern damit, dass die Sanierung des Dachs in Jahr 2027 abgeschlossen werden kann.

Die restauratorischen Maßnahmen sowie die denkmalgerechte Gestaltung des Schlosses folgen im zweiten Bauabschnitt. In diesem Schritt werden auch Nebengebäude auf dem Areal (wie zum Beispiel das Brunnenhaus) saniert. Die Vorbereitungen für den zweiten Bauabschnitt laufen bereits. In einem dritten Bauabschnitt wird es dann um die Schaffung von Räumlichkeiten gehen, die es ermöglichen, in Schloss Erkersreuth größere Veranstaltungen mit Übernachtungsgästen zu realisieren.

Ziel von KULTUR ERBE BAYERN ist es, Schloss Erkersreuth wieder zu einem starken Ort für die Region werden zu lassen – offen, zugänglich und eng mit der Geschichte Philip Rosenthals und des Porzellans verbunden.

Die Oberfrankenstiftung fördert den aktuellen Bauabschnitt. Ebenso ermöglichen Mittel aus dem Entschädigungsfonds des Freistaats Bayern die statisch-konstruktive Sanierung des Schlossdaches.

 

Stimmen zum Projektstatus

Ein Ort mit großer Bedeutung für die Region – Landrat Peter Berek

„Dieses Schloss war immer ein Nukleus der Region. Philip Rosenthal hat hier große Persönlichkeiten empfangen. Diese besondere Atmosphäre ist bis heute in den Räumen spürbar. Deshalb ist es uns in der Region ein großes Anliegen, dass KULTUR ERBE BAYERN das Schloss wieder in Wert setzt. Schon jetzt sieht man, dass viel passiert ist – und zugleich reichen die Gedanken und Pläne weiter. Wir freuen uns sehr, dass das Projekt vorangeht. Für die Region hat es eine enorme Bedeutung.“

 

Respektvoller Umgang mit der historischen Substanz - Finanz- und Heimatstaatssekretär Martin Schöffel, MdL

„Ich habe den Eindruck gewonnen, dass KULTUR ERBE BAYERN sehr respektvoll mit diesem Gebäude umgeht und zugleich sehr grundlegend an den Erhalt des Schlosses herangeht. Das gibt mir ein gutes Gefühl. Schon dieser großartige Dachstuhl ist unglaublich. Wenn er jetzt ertüchtigt wird, bekommt das Gebäude wieder ein starkes Dach und ist von oben her gesichert. Dann lässt sich das Schloss Schritt für Schritt weiterentwickeln. Schloss und Park bieten großartige Möglichkeiten. Ich bin sehr gespannt, was hier in den nächsten Jahren entstehen wird.“

 

Anspruchsvolle Aufgabe - Regierungspräsident Florian Luderschmid

„Der Dachstuhl ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Ich hoffe, dass dieser erste Bauabschnitt im kommenden Jahr gut abgeschlossen werden kann. Danach folgt der zweite Bauabschnitt, bei dem das Interieur des Schlosses im Fokus stehen wird. Am Ende geht es darum, die Gedankenwelt von Philip Rosenthal lebendig zu halten und das Schloss wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen: als Ort der Begegnung, als Ort der Freude und auch wieder als Ort des Feierns. Darauf freue ich mich sehr.“

„Seitdem [meinem letzten Besuch] ist sehr viel passiert. Das ist KULTUR ERBE BAYERN zu verdanken – es gibt hier ein tragfähiges Konzept, es sind gute Architekten an Bord. Man merkt einfach: Es läuft.“

„Solche Gebäude bergen immer auch Geheimnisse. Das kann den Bau komplizierter machen und stellt alle Beteiligten vor Herausforderungen. Aber ich bin überzeugt – und das ist mein Eindruck von meinem Besuch –, dass es gut gelingen wird.”

 

Was tut sich auf der Baustelle Schloss Erkersreuth:

Seit Herbst 2025 wurde für die Baustellenerschließung eine Baustraße angelegt, wobei das darunterliegende, historische Rautenpflaster besonders geschützt wurde.

Seit Januar 2026 erfolgten Rückbau- und Sicherungsarbeiten im Dachbereich:
Für diese Arbeiten wurde zunächst eine Einstiegsgaube eingebaut. Dann wurde die rund 700 m² große Dachbodenfläche in zwei Dachebenen vollständig entkernt. Allein 1.000 m² Gipskartonverkleidungen, 26 Tonnen Bauschutt hat eine im Denkmalbereich spezialisierte Zimmerei fachgerecht und erschütterungsarm entfernt. Alle zugänglichen Oberflächen im Dach wurden anschließend abgesaugt.

Zeitgleich fand im Obergeschoss die Inventarisierung der Kunstgegenstände statt: Über 200 Gegenstände wurden hierbei erfasst, fotografisch dokumentiert, aufgemessen und für die externe Auslagerung verpackt.

Nach dem Freilegen der Konstruktion zeigen sich die größten Herausforderungen für die Sanierung des Daches: Die wertvollen Stuckdecken des Obergeschosses sind direkt an den teils massiv durch Fäulnis geschädigten Holzbalken befestigt. Dadurch erfordert die Instandsetzung der Tragkonstruktion höchste Präzision, um die historischen Decken vollständig zu erhalten. Zusätzlich macht ein bereits festgestellter Hausschwammbefall umfangreiche Maßnahmen an der darunterliegenden Deckenkonstruktion erforderlich.

Aktuell laufen die Zimmerarbeiten am Dachwerk. Außerdem wird der zweite Bauabschnitt mit den restauratorischen Maßnahmen sowie der denkmalgerechten Gestaltung des Schlosses für eine spätere vielfältige Nutzung als ein öffentlicher Erlebnisort vorbereitet.

 

Über Schloss Erkersreuth: Ein Gesamtkunstwerk

Johann Christian August von Lindenfels, ein Gefolgsmann des Markgrafen von Bayreuth, ließ das Schloss 1748 in der Nähe der oberfränkischen Stadt Selb erbauen. Seit dem 19. Jahrhundert ist dieser Ort untrennbar mit einem der aufregendsten Kapitel der deutschen Wirtschaftsgeschichte verbunden.

1879 legte Geheimrat Philipp Rosenthal (1855-1937) im Schloss mit einer Porzellanmalerei den Grundstein für seine weltbekannte Marke. Sein Sohn Philip gestaltete Schloss Erkersreuth ab 1950 nach seinen Vorstellungen um und verband – so sein Motto – „das echt Neue mit dem echt Alten“. Jeder Raum überrascht mit ungewöhnlichen Eindrücken und Perspektiven: Moderne Porzellankunst von internationalen Künstlern seiner Zeit trifft auf fränkischen Barock – eine Mischung, die fasziniert und weltweit einzigartig ist.

 

Willy Brandt war da. Franz Josef Strauß auch. Und Andy Warhol.

Nach der Emigration seiner Familie nach England kehrte Philip Rosenthal 1947 nach Selb zurück. 1950 trat er in die von seinem Vater gegründete Porzellanmanufaktur ein. Als Unternehmer machte er Schloss Erkersreuth zu einem Ort, der weit über die Grenzen Bayerns und der Bundesrepublik Deutschland hinauswirkte und strahlte: Hier traf sich Philip Rosenthal mit Willy Brandt, Franz Josef Strauß und Helmut Schmidt genauso wie mit Walter Gropius und Andy Warhol. Schloss Erkersreuth wurde zum Begegnungsort von Politik, Wirtschaft und Kunst.

schloss erkersreuth 07261Foto (v. li. n. re.) Landrat Peter Berek, Regierungspräsident Florian Luderschmid, Finanz- und Heimatstaatssekretär Martin Schöffel, MdL, Anja Stock (B+D Ingenieure), Dr. h.c. Nikolaus Walther (Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Kulturerbe Bayern)

selb-live.de – Presseinfo / Foto Kulturerbe Bayern

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