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Bildschirmfoto 26 6 2026 22044 27.6.2026 –Die Zukunft des ehemaligen Schulhauses im Selber Ortsteil Plößberg beschäftigt den Stadtrat weiterhin. In der jüngsten Sitzung wurden verschiedene Möglichkeiten für den Umgang mit dem rund 0,94 Hektar großen Areal vorgestellt und beraten. Eine abschließende bauliche Entwicklung wurde dabei noch nicht festgelegt. Der Stadtrat möchte zunächst mögliche Konzepte und Investoren prüfen.

Das ehemalige Schulgebäude steht seit längerer Zeit im Fokus der kommunalen Beratungen. Aufgrund des hohen Sanierungsbedarfs wird in den vorgelegten Konzepten von einem Rückbau des Gebäudes ausgegangen. Die Verwaltung beziffert die Kosten für den Abriss aktuell mit rund 360.000 Euro. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche zukünftige Nutzung für das Grundstück sinnvoll und wirtschaftlich darstellbar ist.

 

Die Stadtverwaltung hatte zwei mögliche Entwicklungsvarianten erarbeitet.

Variante 1: Klassisches Baugebiet mit Einfamilienhäusern

Die erste Variante sieht eine Parzellierung des Grundstücks für eine klassische Einfamilienhausbebauung vor. Vorgesehen wären insgesamt elf Baugrundstücke mit Größen zwischen etwa 700 und 870 Quadratmetern. Die Erschließung könnte über eine Stichstraße erfolgen, die teilweise an die bestehende Jakob-Zeidler-Straße angebunden wird.

Die geschätzten Kosten für Rückbau, mögliche Kanalverlegung und Erschließung stehen dabei den erwarteten Einnahmen aus Grundstücksverkäufen gegenüber. Aus den Reihen des Stadtrates wurde darauf hingewiesen, dass die Stadt bei dieser Variante aufgrund der notwendigen Investitionen voraussichtlich keinen nennenswerten finanziellen Überschuss erzielen könnte.

CSU-Stadtrat Helmut Resch verwies darauf, dass die Variante zwar grundsätzlich zur umliegenden Bebauungsstruktur passe, aus wirtschaftlicher Sicht aber kritisch zu bewerten sei. Zudem müsse die Erschließung angepasst werden, da der geplante Wendehammer für größere Fahrzeuge wie Müllfahrzeuge problematisch sei.

 

Variante 2: Geschosswohnungsbau durch Investor (Grafik Stadt Selb)

Die zweite von der Verwaltung vorgestellte Variante sieht eine zukünftige Nutzung des ehemaligen Schulhaus-Areals durch Geschosswohnungsbau vor. Ziel wäre dabei eine möglichst effiziente Nutzung der vorhandenen Fläche für Wohnraum. Nach dem vorliegenden Konzept könnten auf dem Grundstück insgesamt bis zu 42 Wohneinheiten entstehen. Die konkrete Ausgestaltung – etwa hinsichtlich Gebäudeform, Wohnungsgrößen und Anzahl der Baukörper – wäre jedoch Aufgabe eines möglichen Investors und müsste in einem weiteren Verfahren detailliert ausgearbeitet werden.

Im Unterschied zur Variante eines klassischen Baugebietes würde die Stadt bei dieser Lösung nicht selbst in Vorleistung gehen. Ein privater Vorhabenträger müsste den Rückbau des ehemaligen Schulgebäudes, die Erschließung sowie mögliche weitere Maßnahmen wie eine notwendige Kanalverlegung übernehmen beziehungsweise in seine Planung einbeziehen. Dadurch würde die finanzielle Belastung für die Stadt deutlich reduziert.

Aus Sicht der CSU-Fraktion bietet dieses Vorgehen grundsätzlich Vorteile. Stadtrat Helmut Resch machte deutlich, dass ein Investor gesucht werden solle, der ein schlüssiges Bebauungskonzept vorlegt. Dieses müsse die bestehende Bebauung im Umfeld berücksichtigen und sich hinsichtlich Größe und Gestaltung in den Ortsteil Selb-Plößberg einfügen. Die ursprünglich dargestellte Bebauung mit bis zu vier Geschossen entlang der Jakob-Zeidler-Straße bewertete die CSU als zu umfangreich für den Standort.

Auch die Aktiven Bürger Selb sehen den Ansatz eines Geschosswohnungsbaus grundsätzlich positiv. Stadtrat Timo Kluth erklärte, dass seine Fraktion – sofern zwischen den beiden vorgestellten Varianten entschieden werden müsste – die zweite Variante favorisieren würde. Entscheidend sei dabei, dass die konkrete Umsetzung letztlich von einem Investor mit einem passenden Konzept entwickelt werde. Eine abschließende Bewertung einzelner Gebäudestrukturen oder Geschossigkeiten sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich.

 

Weitere Nutzungsmöglichkeiten im Blick

In der Diskussion wurde außerdem die Möglichkeit angesprochen, das Areal zunächst nicht zu entwickeln und für zukünftige öffentliche Nutzungen vorzuhalten. Hintergrund ist unter anderem die langfristige Nutzung des gegenüberliegenden Jochen-Klepper-Hauses. Sollte diese künftig nicht mehr für Veranstaltungen und Angebote der Bevölkerung zur Verfügung stehen, könnte der Standort des ehemaligen Schulhauses eine wichtige Rolle für die Gemeinschaft im Ortsteil übernehmen.

Auch die aktuelle Situation des Gebäudes wurde thematisiert. Stadtrat Roland Schneider (FWS) wies auf den zunehmenden Verfall und wiederholte Probleme durch Vandalismus hin. Er regte an, mögliche Fördermöglichkeiten für einen Rückbau zu prüfen. Die Verwaltung erklärte dazu, dass Fördermittel für Abrissmaßnahmen in der Regel an eine konkrete Nachfolgenutzung durch die öffentliche Hand gekoppelt seien.

 

Stadtrat will Bewegung in das Thema bringen

Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch machte deutlich, dass das Thema die Stadt bereits seit vielen Jahren beschäftigt. Ziel sei es nun, das Verfahren wieder aktiv voranzubringen. Ein Verkauf oder eine konkrete Bebauung werde nicht automatisch erfolgen. Vielmehr solle zunächst ein geeigneter Interessent gefunden werden, der ein tragfähiges Konzept vorlegt.

Dabei müsse eine mögliche Entwicklung sowohl wirtschaftlich sinnvoll als auch städtebaulich verträglich sein. Vorgaben zur Gestaltung, insbesondere zur Höhe und Einbindung der Gebäude, könnten Bestandteil eines späteren Verfahrens sein.

Der Stadtrat sprach sich schließlich dafür aus, das Grundstück aktiv anzubieten und mögliche Investorenkonzepte prüfen zu lassen. Gleichzeitig bleibt die Möglichkeit bestehen, das Areal langfristig auch für eigene städtische Entwicklungen oder öffentliche Zwecke vorzuhalten.

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