13.5.2026 – Selb ist eine traditionsreiche Porzellanstadt. Sie ist zugleich Zentrum der Internationalen Porzellanstraße, welche Oberfranken, Oberpfalz und den Bezirk Karlsbad umfaßt. Der Verein Porzellanstraße hat nun zu seinem ersten Tourismusworkshop eingeladen, und rund 50 Teilnehmende waren dieser Einladung gefolgt. Vertreten waren neben verschiedenen Bürgermeistern auch Touristiker sowie Porzellan- und Kulturinteressierte.
Sie wollten gemeinsam Perspektiven für einen grenzüberschreitenden Porzellantourismus ausloten. Gerade auch die Vertreter aus der nordostbayerischen Porzellanregion waren gespannt, hier neue Impulse zu erhalten. Veranstaltungsort war das Museum Mitterteich, das als ehemalige Porzellanfabrik nun das Thema Porzellan und Porzellanherstellung anschaulich präsentiert.
Begrüßung und Rückblick
Bürgermeister Stefan Grillmeier aus Mitterteich begrüßte die Teilnehmenden. Andre Zaus, 1. Vorsitzender des Vereins, gab einen Rückblick auf die Entstehung des Projekts „Porzellan verbindet Menschen über Grenzen“. Das Vorhaben wird vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat mit rund 392.000 Euro gefördert, wofür er sich ausdrücklich bedankte. Die verschiedenen Einzelbausteine stellte Projektleiter Wolfgang Schilling vor. Einblicke in die touristische und kulturhistorische Situation der Region Karlovy Vary gab dann im Anschluss Daniela Konschak.
Marketingstudie als zentrale Orientierung
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Präsentation der Marketingstudie von Dr. Manuel Becher, Geschäftsführer der Bayreuth Tourismus & Marketing GmbH. Becher warf einen Blick auf die aktuelle Situation des Vereins, analysierte Zielgruppen und Themen. Daraus leitete er konkrete Handlungsempfehlungen für den Verein ab. Als wesentliche Zu den wesentlichen Stärken benannte er die hohe Authentizität des Themas sowie dessen historische und kulturelle Bedeutung in der Bevölkerung. Weitere Vorteile sah Becher in grenzüberschreitenden Gemeinsamkeiten und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Als Schwachstelle identifizierte Becher den derzeitigen Zustand der Vereinswebseite, der im Rahmen des Projekts aber zeitnah erneuert werden soll. Für die Zukunft hob er insbesondere die Chancen eines verbesserten Internet- und Social-Media-Auftritts hervor, um vor allem Kurzurlauber besser anzusprechen. Mittelfristig sah Becher ein strategisches Innenmarketing sowie die Positionierung der Porzellanstrasse als Marke als wichtig an. Als hervorragende Voraussetzung wies er auf die sehr gute Erreichbarkeit für rund 20 Mio. Menschen innerhalb eines Umkreises von etwa zwei Autostunden hin. Für ihn war offenkundig: „Es ist ein Grundstein gelegt, die grenzüberschreitende Ferienstraße trotz des Strukturwandels zu alter Stärke zu entwickeln.“
Workshops und Praxisbezug
In zwei Workshops vertieften Daniela Konschak und Wolfgang Schilling vom Projektteam weitere Aspekte. Der Praktiker Werner Gossel, Seniorchef der Porzellanfabrik Lindner in Küps, sowie Franz Göhl vom Förderverein Porzellan- und Kachelmuseum in Tirschenreuth stellten ihre Aktivitäten vor. Göhl kündigte für den 25. Juli das Event „Kaffee küsst Porzellan“ auf dem Marktplatz von Tirschenreuth mit Kaffee, Kuchen und historischen Porzellanen an. Ladislav Ludvik, zweiter Bürgermeister von Sadov, präsentierte das Geo-Caching-Projekt in seiner Gemeinde mit seiner spielerischen Herangehensweise an Rohstoffe und Porzellan. Sowohl deutsche als auch tschechische Teilnehmende waren sich einig, dass das „weiße Gold“ identitätsstiftend und wirtschaftlich relevant ist und dass Porzellankultur sich touristisch attraktiv vermarkten läßt. Dafür gäbe es jetzt schon zahlreiche Beispiele weit über die Porzellanstadt Selb oder das Porzellanikon hinaus
Ausblick und Kooperation
Einhelliger Wunsch der Teilnehmenden war eine Wiederholung der Veranstaltung. Sie wünschten darüber hinaus eine stärkere Vernetzung sowie intensivere Zusammenarbeit. Dies nahm der 1. Vorsitzende der Porzellanstraße, Andre Zaus, gerne auf und verabschiedete die Teilnehmenden mit einem bewusst positiven Ausblick: „Dieser Tourismusworkshop zeigt, dass die Porzellanstraße durch authentische Geschichten, kulturelles Erbe und grenzüberschreitende Kooperation weiter an Attraktivität gewinnen kann.“
selb-live.de – Presseinfo Porzellanstraße


