19.7.2019 – „Die Zukunft der VHS Fichtelgebirge ist gesichert“, konnte Selbs Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch Frau Dr. Ilona Relikowski offiziell willkommen heißen. Sie wird zum 1.1.2020 die Leitung für den in den Ruhestand gehenden bisherigen VHS-Leiter Dieter Batrla übernehmen. Seit dem 1. Juli ist die Nachfolgerin bereits angestellt. Die sechsmonatige Übergangszeit gewährleistet einen reibungslosen Wechsel in der Leitung der Volkshochschule.
"Es ist schön jemanden zu finden, der sich zum einen auf die Stelle bewirbt, die Qualifikation mehr als passt und dann auch noch aus der Region stammt“, ist das Stadtoberhaupt überzeugt, eine ideale Nachbesetzung gefunden zu haben. Das sei wichtig, um die VHS Fichtelgebirge weiter so erfolgreich von Selb aus bedienen zu können. Wie bekannt, haben alle Städte und Gemeinden im Landkreis Wunsiedel, bis auf Bad Alexandersbad, zum 1.1.2017 die Aufgaben der Volkshochschulen im Rahmen einer Zweckvereinbarung an die Stadt Selb übertragen. Diese regelt, dass sich die Städte und Gemeinden entsprechend der vor Ort durchgeführten Veranstaltungen an den Verwaltungskosten der VHS beteiligen. „Für die Erwachsenenbildung ein Erfolgsmodell. Die Entscheidung zur Zusammenarbeit war und ist wichtig und richtig“, so Pötzsch.
Und dazu bedarf es auch eines guten Führungsteams. „Mit rund zwei Millionen Euro Umsatz ist das schon ein Wirtschaftsunternehmen“, verweist Dieter Batrla, seit 1987 im Diensten der VHS, neben 25 hauptamtlichen Mitarbeitern zudem auf über 350 freie Mitarbeiter. Und das bei einer Eigenfinanzierungsquote von rund 90 Prozent, bei einem sonstigen Durchschnitt von rund 28 Prozent. Die regionale VHS gehöre, insbesondere gemessen an der Einwohnerzahl, zu den 20 größten Volkshochschulen in Bayern. „Die VHS ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region“, erklärt er. Bestens angenommen werden bei der VHS unter anderem Angebote zur beruflichen Bildung, im Bereich Computer aber auch vielfältige Themen wie im Bereich der Gesundheit. Die Qualifizierung von Migranten sei ebenso von hoher Bedeutung. Wichtig sei zudem die Zusammenarbeit mit den Firmen. Dankbar äußert sich der zum Ende des Jahres scheidende VHS-Leiter bei der Stadt Selb. Auf kurzem Dienstweg und eigenverantwortlich könne man arbeiten, so auch unter anderem kurzfristig auf den Markt reagieren.
Für Dr. Ilona Relikowski geht es mit dem Amtsantritt bei der VHS Fichtelgebirge zurück in die Heimat. Die 38Jährige stammt aus Schönwald. Nach ihrem Abitur am Walter-Gropius-Gymnasium studierte sie Soziologie, promovierte in der Bildungssoziologie. Bis zuletzt war sie an der Uni Bamberg als Wissenschaftlerin im Bereich der Bildungssoziologie tätig. Mit all den Erfahrungen verbunden mit dem Bedürfnis, ihren Weg nun in der Praxis zu suchen, ist sie nach den ersten Tagen bereits in der VHS Fichtelgebirge angekommen. „Ich fühle mich wohl. Das Umfeld ist angenehm. Ich bin beeindruckt, welch hervorragende Arbeit hier geleistet wird“, lauten die ersten Eindrücke. Aufbauend auf den erfolgreichen bestehenden Säulen möchte sie, die als wichtige Themen unter anderem die Integration und die Benachteiligungsförderung anspricht, aber auch neue Ideen einbringen und Impulse setzen. Soziale Strukturen seien im steten Wandel, dem müsse man sich anpassen. Mit einer Bedarfserhebung möchte sie Ideen von außen bekommen, diese analysieren und neue Zielgruppen erreichen. Hierzu gehöre es in Sachen Öffentlichkeitsarbeit auch weitere als bisherig genutzte Kanäle anzuzapfen. Digitalisierung sei ein weiterer Schwerpunkt. „Wir müssen am Puls der Zeit bleiben“, so ein erklärtes Ziel.
selb-live.de – Michael Sporer