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beaucouze selb 0524116.5.2024 - Als würde die Sonne lachen, wenn sich die Selber mit ihren französischen Freunden in Beaucouzé treffen… Genau während der vier Tage ihres Aufenthaltes legte die momentan in Westfrankreich herrschende Regenperiode eine Pause ein. 53 Reisende aus Selb, darunter 20 Schülerinnen und Schüler des Walter-Gropius-Gymnasiums sowie mehrere weitere Kinder, Jugendliche und Studierende, konnten die Reise in die französische Partnerstadt von Selb somit bei Kaiserwetter umso mehr genießen.

Symbolisch war nicht nur die Sonne, sondern vor allem das Datum, an dem die Selber ankommen durften: Einen Tag früher als sonst waren sie eingeladen worden, nämlich am 8. Mai, dem Tag, an dem in Frankreich sehr feierlich des Ende des Zweiten Weltkrieges und damit der Kapitulation der Deutschen 1945 gedacht wird. Vormittags fanden also in Beaucouzé noch Gedenkumzüge und Kranzniederlegungen statt, abends wurde ein Bus voller Deutschen jubelnd empfangen. „Diese Geste hat uns sehr berührt“, betont die Vorsitzende der Deutsch-Französischen Gesellschaft Selb, Christine Wlasak-Feik.

Die meisten Teilnehmenden waren alt bekannte Freunde, einzelne kennen sich seit fast 30 Jahren. Diese partnerschaftlichen Begegnungen finden alljährlich – mit Ausnahme während der Pandemie – am Himmelfahrtswochenende statt. Als offizieller Vertreter der Stadt Selb war ihr dritter Bürgermeister, Klaus von Stetten, in Begleitung seiner Gattin angereist – auch sie sind bereits Stammgäste bei diesen Partnerschaftstreffen. Die Städtepartnerschaft zwischen Selb und Beaucouzé ist seit ihrem Beginn sehr lebendig und bis heute unvermindert attraktiv. Das zeigt sich unter anderem darin, dass es auch dieses Mal wieder neue Teilnehmende gab, und das quer durch die Generationen. Als besonders erfreulich bewerteten die Organisatoren die Teilnahme einer jungen Ukrainerin, die erst seit vier Monaten in Selb lebt. Sie war dank der Vermittlung des Betreuerkreises von Geflüchteten unter den Mitreisenden und konnte somit gleichzeitig Freunde unter den Deutschen und in Frankreich gewinnen.

Das Ausflugsprogramm, das die französischen Gastgeber für ihre deutschen Gäste vorbereitet hatten, war ganz besonders reizvoll. Durch die frühere Ankunft konnten gleich zwei Tagesausflüge unternommen wurden. Der erste führte in die Loire-Gegend in die Nähe von Saumur nach Doué-la-Fontaine. Dort erklärte ein junger Mann auf sehr humorvolle Weise die Sammlung und Ausstellung alter Geschäfte – vom Schuster über die Apotheke bis hin zum Tante-Emma-Laden. Das nostalgische Museum liegt im ehemaligen Pferdestall eines alten Adelsschlosses. In dessen Park fand mittags das fröhliche Picknick statt. Die Erwachsenen erfreuten sich an den bereits aufgeblühten Kletterrosen, die Kinder tobten mit Fangenspielen durchs Grüne. Die zweite Besichtigung war spektakulär: Im Mystère des Faluns wird riesiger, höhlenartiger Steinbruch von Muschelkalk mit wunderschönen, beaucouze selb 05241phantasievollen Kunstinstallationen in Szene gesetzt. Gleichzeitig macht man eine kleine Zeitreise durch die 11 Millionen Jahre seit der Sedimentierung dieses Materials, das auf Französisch falun heißt. Der zweite Tagesausflug bediente die Sehnsüchte der Deutschen ganz besonders und führte an den Atlantik. Dort wurde zunächst ein immersives Museum besucht, bei dem die Atlantiküberquerung auf einem Ozeandampfer in früheren Zeiten nachempfunden werden konnte. Dieses Escal’Atlantique ist in einem der fünf monströsen U-Boot-Bunker untergebracht, die die Nazis während der deutschen Besatzung von Frankreich dort zur Abwehr der alliierten Seetruppen errichtet haben. Man begegnete der deutsch-französischen, oft so leidvollen Geschichte also während dieser Fahrt auf Schritt und Tritt. Das in Frankreich obligatorische Mittagspicknick fand am Strand von Saint-Nazaire statt, bevor die Gruppe weiter in den wunderschönen Küstenort Pornic fuhr. Einzelne wagten dort den Sprung ins noch etwas kühle Meer, andere nutzten die freie Zeit zu einem Spaziergang entlang der felsigen Küste oder durch den malerischen Ortskern. Für einige war es das erste Mal, dass sie ein Stück Meer bei Ebbe zu sehen bekamen.

Der Samstag stand tagsüber zur freien Verfügung. Eine Delegation war eingeladen zur Besichtigung des neu erbauten Eisstadions der Duc d’Angers, des Erstligisten aus der Großstadt, an die Beaucouzé unmittelbar angrenzt. Andere besuchten dort einen der Märkte oder das Schloss, in dem der Wandteppich der Apokalypse ganz besonders beeindruckend ist.

Den krönenden Abschluss bildete der Partnerschaftsabend. Er fand wie immer im Gemeinschaftshaus von Beaucouzé statt. Beaucouzés Oberbürgermeister Yves Colliot, Selbs dritter Bürgermeister Klaus von Stetten und die Vorsitzenden der Partnerschaftskomitees auf beiden Seiten, Sylvie Gaborieau und Christine Wlasak-Feik, sprachen in ihren Reden unisono die erfreuliche Tatsache an, wie harmonisch und intensiv diese deutsch-französische Städtepartnerschaft gelebt wird. Ein schmackhaftes Menü und heiße DJ-Rhythmen begleiteten die Gespräche zwischen neuen und alten Freunden und Bekannten, bevor es um Mitternacht auf die Heimfahrt mit dem Bus ging. Mitgenommen wurden neben vielen schönen Erinnerungen auch französische Weine, Pasteten und Käse, die am Pfingstsamstag auf dem Selber Wochenmarkt verkauft werden.

Nächstes Jahr kommen die Franzosen wieder nach Selb – die Fahrten finden abwechselnd statt. Dann wird das 25-jährige Jubiläum der offiziellen Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags gefeiert.

beaucouze selb 05242selb-live.de – Presseinfo DFG Selb

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