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awo selb 062611.6.2026 – Der kleine Ortsverein steht Dank guter Umsätze für seine großen Aufgaben auf solider finanzieller Basis: Für die Ausstattung des neuen Kindergartens kann der frisch im Amt bestätigte Vorstand auf Rücklagen zugreifen.

 

Augenscheinlich sehr zufrieden sind die Mitglieder der Selber Arbeiterwohlfahrt mit der Arbeit ihres Vorstands in den vergangenen vier Jahren gewesen. Bei der Jahreshauptversammlung mit turnusgemäßen Neuwahlen bestätigte die Versammlung die amtierenden Vorstände in ihren Ämtern ohne eine einzige Gegenstimme. Die dankten für das Vertrauen: „Ich freue mich auf die kommenden vier Jahre Arbeit mit euch“, ergänzte der wiedergewählte Vorsitzende Rainer Pohl.

Und tatsächlich kann der kleine Ortsverein auf große Erfolge verweisen: Ein Doppeljubiläumsjahr liegt hinter den Aktiven, die auf 60 Jahre Kindergarten und 80 Jahre Ortsverein zurückblickten – mit vielen Feierlichkeiten vom Benefizkonzert mit den „Fellow Rovers“ im Rosenthal-Theater bis zum Festkommers mit Ehrengästen im Rosenthal-Casino. Dazu kommt der Baufortschritt am neuen Kindergarten im Selber Norden. „Unser Kindergartenteam hat schon einen Namen kreiert: Kappelino“, berichtete Rainer Pohl freudig.

Um diesen ordentlich auszustatten, wird der Ortsverein mit derzeit nur 84 Mitgliedern eine solide finanzielle Basis brauchen. Die hat er, wie Kassiererin Ursula Richter ausführte. So hat die Selber AWO erstmals die Millionenmarke beim Umsatz überschritten. Eine große Summe für so einen kleinen Verein. Dass das leider kein Gewinn ist, aber nach Abzug aller Kosten eine gute Grundlage für die weitere Arbeit, verdeutlichte der Vorstand. Für die Revision lobte Cornelia Jackwerth die ordentliche Kassenführung. Ehrenvorsitzender Hans-Joachim Goller schlug die Entlastung des Vorstands vor, die die Versammlung einstimmig gewährte.

Zustande kam der Umsatz über die unterschiedlichen Säulen der Arbeit vor Ort: Kindergarten, Hausaufgabenhilfe und Nachmittagsbetreuung an den beiden Grundschulen sowie Haushaltshilfe für ältere Menschen. In allen Bereichen bemüht sich die Selber AWO um einen Ausgleich zwischen tragbaren Kosten für die Familien und fairen Löhnen für die Beschäftigten. Wie wichtig diese Angebote für das Gemeinwohl sind, unterstrich Bürgermeister Carsten Hentschel: „Solidarität ist bei euch seit über 100 Jahren nicht nur eine Worthülse. Macht bitte weiter so.“ Er wünschte den Aktiven viel Erfolg bei der Arbeit und dass sie Freude daran haben mögen.

Das betonte auch AWO-Kreisvorsitzender Alexander Wagner: „Es ist eine schöne Aufgabe, aber es ist schwierig, Menschen für die Vorstände zu gewinnen.“ In den vergangenen Jahren seien drei von einst elf AWO-Ortsvereinen im Landkreis aufgelöst worden, weil es keinen Vorstand mehr gab – zwei weitere stünden auf der Kippe. Für Selb sei ein funktionierender AWO-Ortsverein wichtig, schon alleine wegen des bald neu zu eröffnenden Kindergartens; für diesen und die weitere Arbeit wünschte Alexander Wagner alles Gute.

Wie wichtig die Aufgaben der AWO in Selb sind, zeigte sich bei den Spartenberichten; die Dienste umfassen soziale Angebote für alle Altersgruppen. So betreut die AWO durchschnittlich 50 Kinder zwischen einem und sechs Jahren in der Kita. Kindergartenleiterin Bianca Böhme berichtete von einem bunten Jahr, das vom traditionellen „Rauswurf“ der angehenden Schulkinder auf Weichpolstermatten beim Kitafest abgerundet wurde. Viele Bilder davon sind auf den neuen Facebook- und Instagram-Accounts des AWO-Kindergartens zu sehen, wo auch der Baufortschritt am „Kappelino“ dokumentiert ist.

Aus dem Bereich Hausaufgabenhilfe und Nachmittagsbetreuung berichtete Antje Heindl. An der Bogner- und der Luitpoldgrundschule werden derzeit 24, bzw. 27 Kinder in je 2 Gruppen betreut. Die flexiblen Abholzeiten zwischen 14 und 16 Uhr schätzten viele Eltern besonders: „Das loben unsere Eltern sehr und sie wünschten sich, dass wir auch eine Ferienbetreuung anbieten würden.“ Möglich würde das, wenn der „alte“ Kindergarten nach dem Umzug in den neuen „Kappelino“ weiterhin für den AWO-Ortsverein zur Verfügung stehen würde. „Wir arbeiten dran“, versprach Rainer Pohl.

Beliebt sei auch das Angebot der Haushaltshilfen: Ein Dutzend Beschäftigte versorge derzeit 60 Haushalte. „Wir bemühen uns, den Stundensatz niedrig zu halten“, sagte Antje Heindl. „131 Euro Entlastungsbetrag bekommen die meisten unserer Kunden und Kundinnen, und dafür versuchen wir, ihnen ein vernünftiges Angebot zu machen. Die Leute brauchen uns.“ Es gelte Balance zwischen fairen Löhnen und fairen Kosten für die Kundschaft zu halten.

In seinem Schlusswort blickte Rainer Pohl in die Zukunft: Es gebe Herausforderungen in Deutschland, unter anderem beim Erhalt des Sozialstaats oder in der Bildungspolitik. Darüber hinaus fordere die AWO das Ende der Kriege in der Ukraine, im Gaza-Streifen und im Iran. „Unsere Solidarität gilt weiterhin allen Menschen, die vor Krieg, Hunger und Verfolgung auf der Flucht sind. Europa muss ihnen humanitäre Hilfe leisten.“ Seinen Dank sprach Rainer Pohl seinen Mitstreitenden und Beschäftigten aus, aber auch der Stadt Selb, die stets unterstützend und wertschätzend auftrete; ohne solch ein gutes Miteinander sei ein Großprojekt wie der Kitaneubau nicht zu bewältigen. Im Namen der Beschäftigten überreichte ihm Antje Heindl einen Topf-Efeu – in Herzform, ganz wie das AWO-Logo. „Du bist der beste Chef“, lobte sie – und die Versammlung quittierte das mit Applaus.

 

Der Vorstand

Es ist nur eine Kleinigkeit anders im Vorstand der Selber AWO: In den Beirat entsandt haben die Mitglieder ein Urgestein – Heidi Sailer, die kürzlich ihre jahrzehntelange berufliche Tätigkeit im Ortsverein beendet hat und sich nun ehrenamtlich in den Sozialverband einbringt. Ohne Gegenstimme in ihren Ämtern bestätigt wurden Vorsitzender Rainer Pohl, stellvertretender Vorsitzender Jürgen Jackwerth, Kassiererin Ursula Richter und Schriftführerin Tamara Pohl. Beisitzerinnen sind – neben Heidi Sailer – weiterhin Monika Huscher, Erika Rössler und Sabine Müller. Die Revisionskommission bilden Cornelia Jackwerth und Klaus Müller. Zu Delegierten zur AWO-Kreiskonferenz gewählt wurden Rainer Pohl, Erika Rössler, Monika Huscher und Tamara Pohl.

 

Abschied

Die Selber AWO trauert um mehrere Mitglieder, die in den vergangenen Monaten gestorben sind. Darunter eine geschätzte Kollegin aus dem Kindergartenteam und die frühere Kommunalpolitikerin Heidrun Fichter. Diese hatte vor rund 40 Jahren das Frauenhaus in Selb gegründet; auf Initiative des AWO-Kreisvorsitzenden Alexander Wagner führt der Sozialverband die Einrichtung seit 2019 in Arzberg in einem modernen Neubau fort.

 

Zahlen

84 Mitglieder hat die Selber AWO aktuell

32 Angestellte tun in 3 Aufgabenfeldern Dienst: Haushaltshilfe, Kita, Mittagsbetreuung/Hausaufgabenhilfe; dazu kommt 1 Auszubildende zur Erzieherin im Vorpraktikum.

50 Kinder durchschnittlich werden im Kindergarten von 3 Erzieherinnen und 3 Kinderpflegerinnen betreut, sie sind zwischen 1 und 6 Jahre alt

51 Kinder nehmen die Mittags- und Hausaufgabenbetreuung in der Bogner- und Luitpoldgrundschule wahr; die Kinder in den 4 Gruppen werden von 7 Kolleginnen versorgt

60 Haushalte besuchen die 12 Beschäftigten der Haushaltshilfen jeden Monat für Dienstleistungen wie Reinigungsarbeiten oder Besorgungsfahrten

awo selb 06261Der im Amt bestätigte Vorstand der Selber AWO mit Gratulanten: (von links) Schriftführerin Tamara Pohl, Bürgermeister Carsten Hentschel, Vorsitzender Rainer Pohl, stellvertretender Vorsitzender Jürgen Jackwerth, Beisitzerin Heidi Sailer, Revisorin Cornelia Jackwerth, Beisitzerin Monika Huscher, Kassiererin Ursula Richter, Beisitzerin Erika Rössler, AWO-Kreisvorsitzender Alexander Wagner.

selb-live.de – Presseinfo AWO Selb 

 

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