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aktive buerger selb linseis 012616.1.2026 - Auf Einladung der Firma Linseis haben die Aktiven Bürger Selb zusammen mit Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch dem Selber Unternehmen einen Informationsbesuch abgestattet. Mit launigen Worten wurden die Mitglieder der kommunalpolitischen Interessengemeinschaft von Seniorchef Claus Linseis und den beiden Geschäftsführern Florian und Dr.-Ing. Vincent Linseis begrüßt. Humorvoll und informativ erhielten die Gäste einen Einblick in die Firmengeschichte und das Produkt-Portfolio.

Linseis als international tätiger „Hidden Champion“

Linseis sei ein sogenannter „Global Hidden Player“. Neben den rund 100 Arbeitsplätzen am Standort Selb beschäftige man weitere hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den USA, in Indien und in China. „Ohne Präsenz an diesen Standorten geht es heute nicht mehr“ erläuterten Florian und Dr.-Ing. Vincent Linseis, die das Unternehmen in dritter Generation in Selb führen.

 

Vom Traditionsbetrieb zum Spezialisten für hochpräzise Messtechnik

In den letzten 15 Jahren habe das Unternehmen seine Produktpalette komplett umgestellt. Heute entwickelt und vertreibt es hochpräzise Messgeräte, die untersuchen, wie sich Materialien bei Hitze und Kälte verhalten. Vereinfacht beschrieben messen die Geräte Vorgänge, die viele noch aus dem Physikunterricht kennen: Eis schmilzt, Wasser verdampft. Auf wissenschaftlichem Niveau zeigen sie jedoch deutlich genauer, wann sich ein Material verändert oder zersetzt, wie lange es stabil bleibt und wie es sich unter besonderen Bedingungen verhält, etwa im Vakuum oder unter Atmosphären, wie sie im Weltall vorkommen.

 

Messtechnik für extreme Temperaturbereiche und Hightech-Anwendungen

Die Temperaturbereiche, in denen gemessen wird, reichen dabei weit über unsere Vorstellungskraft hinaus, von extremen Minusgraden bis zu Temperaturen von mehreren tausend Grad. Bei Quantencomputern müssen Bauteile nahezu bis zum absoluten Nullpunkt heruntergekühlt werden. In der Raumfahrt hingegen werden Temperaturen von bis zu 2.800 Grad erreicht, etwa bei Anwendungen für Raketenantriebe. Solche Messungen sind für die Entwicklung fast aller modernen Produkte unverzichtbar. Ob Autobremsen, Smartphone-Akkus, Medikamente oder Lebensmittelverpackungen. Bevor diese Produkte in den Verkauf gehen, wurden ihre Materialien mit genau solchen Geräten geprüft. „Man sieht unsere Technik im fertigen Produkt nicht“, erklärt Dr.-Ing. Vincent Linseis. „Aber ohne sie gäbe es viele dieser Produkte in ihrer heutigen Qualität gar nicht.“

 

Weltweite Kunden aus Wissenschaft und Industrie

Man sei in der Lage kleine Stückzahlen verschiedener Geräte für kundenspezifische Lösungen schnell zu produzieren und just in time zu liefern. Dabei habe man in den letzten Jahren ein sehr erfreuliches Wachstum verzeichnet. Zu den Kunden zählen Materialwissenschaftler und Ingenieurteams aus der ganzen Welt. Sie arbeiten an Universitäten ebenso wie in Unternehmen der Luft- und Raumfahrt, des Stahlbaus, der Computertechnik und anderer Hightech-Branchen.

Ein anschließender, von den Geschäftsführern kurzweilig moderierter Rundgang durch die durch die Entwicklungs- und Produktionsstätten gewährte einen Blick hinter die Kulissen des Familienunternehmens.

 

Austausch über wirtschaftliche Rahmenbedingungen für den Mittelstand

Anschließend tauschte man sich zu den Rahmenbedingungen für kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland, aber auch in Selb aus. Dabei verdeutlichten die beiden Geschäftsführer detailliert die Probleme der Unternehmen. Immer höhere Sozialabgaben minimieren das frei verfügbare Einkommen der Arbeitnehmer, es mangle an einer sachlichen Migrationspolitik mit einem schlüssigen Einwanderungsgesetz, der Staatsdirigismus sei überbordend und die regulatorischen Vorgaben eines zunehmenden Bürokratismus würden den Betrieben das Leben erschweren. „Made in Germany“ sei weltweit ein starkes Qualitätsversprechen und ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensidentität von Linseis.

 

Oberbürgermeister verweist auf kommunale Handlungsmöglichkeiten

Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch stimmte den Ausführungen zu und verwies auf den jüngsten Versuch der Aktiven Bürger sich an einem Entbürokratisierungsprojekt der Bayerischen Staatsregierung zu beteiligen „Auch wir in der Stadtverwaltung leiden unter der Regulierungswut von EU, Bund, und Land und sehen in dem Projekt von Markus Söder einen guten Ansatz die Rahmenbedingungen der Wirtschaftsunternehmen zu verbessern“, so Pötzsch. Für viele angesprochenen Punkte sei die Landes- und Bundespolitik zuständig.

Hier passiere aber derzeit zu wenig. „Was kann eine Stadt der Größe Selbs leisten? Wir bieten zum Beispiel eine sehr große Palette an weichen Standortfaktoren, die den Unternehmen und ihren Mitarbeitern dient“, führte Pötzsch weiter aus. Dazu würden die schulische Bildung, die Erwachsenenbildung, die Kinderbetreuung und das sportliche und kulturelle Angebot gehören.

 

Selb punktet mit Lebensqualität und weichen Standortfaktoren

Die beiden Geschäftsführer stimmten zu, dass die Lebensqualität, die Lebenshaltungskosten und das kommunale Umfeld in Selb für Unternehmen erfreulich seien. Man empfehle, noch mehr gemeinsame Anstrengungen für eine Ansiedlung der zahlreichen Pendler in der Region zu leisten.

Der Sprecher der Aktiven Bürger, Timo Kluth, bedankte sich abschließend mit einem Geschenkkorb für den freundlichen Empfang bei den Geschäftsführern.

aktive buerger selb linseis 0126selb-live.de – Presseinfo Aktive Bürger Selb

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