8.10.2026 - Das perfekte Wochenende mit sechs Punkten hat den Selber Wölfen neues Selbstvertrauen verliehen. Nun wird sich zeigen, wie weit die Porzellanstädter gegen Überraschungsteam Erding (Freitag zuhause, 19.30 Uhr) und die ambitionierten Konkurrenten aus Deggendorf (Sonntag, 18.45 Uhr) und Kaufbeuren (Dienstag zuhause, 19.30 Uhr) bereits sind.
Formkurve
Mit Siegen bei den Lindau Islanders als auch zuhause gegen die Passau Black Hawks hat das verletzungsbedingt dezimierte Wolfsrudel Selbstvertrauen tanken können. Gerade die Art und Weise, wie die beiden Spiele gelaufen sind, sollte den Porzellanstädtern Rückenwind verleihen. Beide Partien waren kein Selbstläufer, Lindau konnte einen deutlichen Rückstand zwischenzeitlich wieder ausgleichen, ehe die Selber Wölfe noch einmal zurückschlagen und die volle Punkteausbeute vom Bodensee mit nach Hause nehmen konnten. Gegen die Black Hawks waren die Mannen um Kapitän Stephan Tramm drückend überlegen, verzweifelten aber schier am Passauer Schlussmann Janik Engler. Als die Drei-Flüsse-Städter dann gar in Führung gingen, blieben die Wölfe geduldig, glaubten weiter an sich und drehten die Partie noch in einen sicheren Sieg.
Einen guten Einstand feierte Neuzugang Jake Coughler, der – obwohl er erst am Donnerstag in Selb ankam – bereits einen sehr vielversprechenden Eindruck hinterließ.
Die Gegner
Die Erding Gladiators wussten in der noch jungen Saison bereits mehrfach zu überraschen. So gewannen die Weißbierstädter unter anderem jeweils auswärts bei den hochfavorisierten Gegnern aus Kaufbeuren und Deggendorf. Trainiert werden die Gladiators, die nach 13 Abgängen ihr Gesicht im Vergleich zur vergangenen Saison stark verändert haben, von John Sicinski. Aud den Kontingentstellen setzen die Erdinger auf die Stümer Buster Larsson (Schweden), Brandon Schultz (USA) sowie Olivier Pouliot (Kanada).
Der Deggendorfer SC ist auch in dieser Saison einer der Meisterschaftsfavoriten. Die Niederbayern machen längst keinen Hehl mehr daraus, dass sie den Aufstieg in die DEL2 anstreben. Und dazu hat man das Team von Headcoach Casey Fratkin noch einmal verstärkt: Mit Manuel Edfelder, Daniel Assavolyuk, Thore Weyrauch, Niclas Focks und Zach Kaiser hat man sich bezüglich der Feldspieler-Neuzugänge ausschließlich im DEL2 Regal bedient. Darüber hinaus konnte man alle wichtigen Leistungsträger halten. Wenngleich die Deggendorfer am vergangenen Wochenende nur einen Punkt bei einer Overtime-Niederlage zuhause gegen Erding und einer Niederlage beim ESV Kaufbeuren ergattern konnten, ist der DSC mit vier Siegen gut aus den Startlöchern gekommen.
Der ESV Kaufbeuren ist als Absteiger aus der DEL2 neu in der Oberliga. Doch da wollen die Allgäuer nicht allzu lange verweilen. Für einen möglichen direkten Wiederaufstieg hat der ESV Kaufbeuren sowohl auf der Trainerposition (Sebastian Buchwieser) als auch im Kader prominent verstärkt. Nun gilt es aber auch 15 Neuzugänge zu integrieren. Eine Herausforderung, die in den ersten Spielen auch auf dem Eis bemerkbar war. Am vergangenen Wochenende rang der ESVK aber nach einem deutlichen Sieg über Peiting auch Meisterschaftskonkurrent Deggendorf drei Punkte ab, somit scheint man sich mittlerweile auf Kurs zu befinden. Erstmals in Deutschland unterwegs ist der schwedische Stürmer Sten Eriksson. Die anderen beiden Kontingentspieler Andrew Yogan (früher unter anderem Eisbären Regensburg) und Eero Elo (zuletzt EHC Freiburg) sind den Selber Wölfen als Gegner hingegen schon bestens bekannt.
Statistik
Die produktivste Offensive der vier Teams haben aktuell die Erding Gladiators, die bereits 31 Treffer – und damit bisher die meisten in der Liga – erzielen konnten. Die Selber Wölfe folgen mit 28 Treffern auf Rang drei, der Deggendorfer SC mit 27 Toren auf Rang vier und der ESV Kaufbeuren belegt in dieser Wertung mit 20 erzielten Toren Rang acht.
Jonas Hördler blickt voraus
Die beiden Siege gegen Lindau und Passau haben der Mannschaft neues Selbstvertrauen gegeben, ist sich Verteidiger Jonas Hördler sicher: „Das war auf jeden Fall sehr wichtig. Die letzten Spiele liefen nicht wie erwartet. Diesmal konnten wir uns aber für unsere Arbeit belohnen, was gut für unser Selbstvertrauen ist“, so der 18Jährige. Als Gründe für den Aufschwung nennt Jonas Hördler unter anderem die intensive Trainingsarbeit und die interne Aufarbeitung der vorangegangenen Partien: „Wir hatten eine harte Trainingswoche hinter uns, haben analysiert und auch viel untereinander geredet.“ Zudem habe Neuzugang Jake Coughler sowohl in der Kabine als auch auf dem Eis für frischen Schwung gesorgt. Seinen eigenen Treffer beim Auswärtssieg in Lindau nimmt der Defensivspezialist zwar gerne mit, stellt den Mannschaftserfolg aber klar in den Vordergrund: „Jeder Spieler würde lügen, wenn er sich nicht über ein Tor freuen würde. Aber am Ende des Tages war ich einfach nur glücklich, dass wir die drei Punkte mit nach Hause nehmen konnten.“
Mit Blick auf das Heimspiel gegen die überraschungsstarken Erding Gladiators warnt Jonas Hördler davor, den Gegner zu unterschätzen. Entscheidend werde sein, an die Leistungen des vergangenen Wochenendes anzuknüpfen: „Wir müssen auf jeden Fall die Fehler minimieren, aber auch das Positive aus den letzten Spielen mitnehmen. Wenn wir von Anfang an bis zur letzten Minute bereit und fokussiert sind, bin ich der Überzeugung, dass wir das Spiel gewinnen können.“ Auch auf die anschließenden Duelle mit dem Deggendorfer SC und dem ESV Kaufbeuren, die beide zum engeren Favoritenkreis zählen, freut sich der Verteidiger: „Klar freut man sich auf solche Spiele. Man will sich mit solchen Mannschaften natürlich messen. Wir wissen um deren Stärke, kennen aber auch unsere eigenen Qualitäten. Wir werden uns auf unser Spiel fokussieren und alles geben.“
Lineup
Die Selber Wölfe gehen weiterhin mit einem stark dezimierten Kader in die Englische Woche. Neben den beiden Langzeitverletzten Lukas Valasek und Niko Lahtinen, fallen auch Simon Boyko, Philip Ziesche und Daniel Weiß weiterhin verletzungsbedingt aus. Bei Simon Boyko und Philip Ziesche will man kein unnötiges Risiko eingehen und den beiden vorsichtshalber noch etwas Zeit geben, bevor sie wieder in den Spielbetrieb einsteigen. Bei Daniel Weiß zeichnet sich ein guter Heilungsverlauf ab, sodass ein Comeback früher kommen könnte als zunächst befürchtet. Verteidiger Dominik Müller könnte in den nächsten Spielen ins Lineup zurückkehren. Hier muss man aber von Tag zu Tag schauen und abwarten, wie er auf die Trainingsbelastung reagiert. Zudem sind aller Voraussicht nach die Förderlizenzspieler Lenny Elwing und Georg Thal mit dabei.
selb-live.de – Presseinfo Selber Wölfe, Foto: Mario Wiedel


