1.10.2026 – Die Ausfallliste bleibt lang, doch die Selber Wölfe geben sich nicht auf. Am kommenden Wochenende warten mit den Lindau Islanders und den Passau Black Hawks zwei direkte Konkurrenten. Mit großem Einsatz, der Unterstützung der eigenen Fans und einem zuletzt aufstrebenden Patrick Klöpper soll das Punktekonto weiter wachsen.
Formkurve
Was man dem Wolfsrudel keinesfalls abstreiten kann, ist die Moral. Die Mannschaft versucht die zahlreichen namhaften Ausfälle bestmöglich durch Kampfgeist, Leidenschaft und Einsatzbereitschaft zu kompensieren. Am vergangenen Freitag konnte sich das Team zuhause gegen den SC Riessersee für seinen Einsatz mit drei Punkten belohnen. Am Sonntag ging man in Bad Tölz leider leer aus, obwohl es lange danach ausgesehen hat, als könnten die Porzellanstädter den ein oder anderen Punkt aus der Kurstadt entführen.
Die Gegner
Sieben Abgänge, neun Neuzugänge und ein neuer Trainer: Die Lindau Islanders haben einen großen Umbruch hinter sich und befinden sich noch in der Findungsphase. Ähnlich wie in Selb stieg auch in Lindau mit Marko Sakic der frühere Co-Trainer zum Headcoach auf. Hinsichtlich der Kontingentstellen setzen die Islanders mit den Stürmern Chris Grando, Rocco Andreacchi und Noah Kane voll auf die nordamerikanische Linie. Bestens bekannt in Selb ist Sam Verelst, der einst mit den Porzellanstädtern den Aufstieg in die DEL2 geschafft hat. Bisher stehen bei den Lindauern drei Niederlagen gegen Höchstadt, Deggendorf und Kaufbeuren einem Sieg gegen die HC Tigers entgegen.
Ebenfalls nur einen Sieg aus vier Spielen konnten die Passau Black Hawks verbuchen. Die Drei-Flüsse-Städter gewannen gegen den Höchstadter EC und mussten gegen Riessersee, Peiting und die HC Tigers Niederlagen einstecken. Als Erfolg verbucht werden muss in Passau aber zuallererst die Tatsache, dass man überhaupt Oberliga-Eishockey zeigen kann, konnte man doch eine drohende Insolvenz gerade noch so abwenden. So hat man mit schmalem Budget versucht, ein konkurrenzfähiges Team zusammenzustellen. Die Kontingentstellen hat man allesamt mit oberligaerfahrenen Akteuren besetzt: Neben den beiden Kanadiern Alex Blais und Grady Hobbs stürmt der Lette Klavs Planics für die Black Hawks.
Statistik
Die beste Powerplay-Quote der drei Teams können aktuell die Passau Black Hawks vorweisen. Fünf Tore aus 18 Überzahlmöglichkeiten erzielten die Drei-Flüsse-Städter und kommen damit auf eine Erfolgsquote von 27,8 Prozent. Selb erzielt hier momentan einen Wert von 18,2 Prozent und Lindau kommt auf 11,8 Prozent.
Patrick Klöpper blickt voraus
Patrick Klöpper hat am vergangenen Sonntag zweimal getroffen und eine längere Durststrecke hinter sich gebracht, ein Fakt, der ihm vor allem persönlich guttut: „Ja, natürlich ist das erleichternd. Wir als Mannschaft oder auch ich individuell haben die letzten drei Spiele vor dem Tölz-Spiel analysiert. Speziell in Österreich habe ich einiges an Torchancen liegenlassen und auch dann in den anderen beiden Spielen wollte das Ding nicht so rein. Es ist vor dem Tor nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe. Natürlich macht man sich dann Gedanken, woran es liegt. Nichtsdestotrotz war mir von Anfang an bewusst – auch schon im Sommer – dass nach meiner 7-8-monatigen Verletzungspause nicht alles so reibungslos laufen wird, wie ich mir das vorstelle. Ich habe mit vielen Leuten gesprochen, die schon einmal durch lange Verletzungsphasen gegangen sind und die haben mir alle gesagt, dass am Anfang nicht alles klappen wird, was man sich vornimmt. Das braucht Zeit, man wird aber Schritt für Schritt reinkommen. Ich fühle mich immer besser, es macht immer mehr Spaß auf dem Eis. Die ganzen Abläufe funktionieren immer mehr so wie ich mir das vorstelle und umso schöner war es natürlich, dass ich mich in Tölz dann endlich mit zwei Toren belohnt habe. Leider haben wir das Spiel nicht gewinnen können, aber für mich persönlich war es – speziell fürs Selbstvertrauen – sehr wichtig.“
Im Hinblick auf die kommenden beiden Gegner verrät uns der Wölfe-Stürmer, was das Wolfsrudel aufs Eis bringen muss, um erfolgreich zu sein: „Es wird darauf ankommen, auf was es in den letzten Spielen auch schon ankam: Wir müssen versuchen, über 60 Minuten konstant zu spielen. Trotz des Verletzungspechs, was wirklich nicht schön ist und was uns sehr viel abverlangt, hätten wir zwölf Punkte holen können und meiner Meinung nach neun Punkte holen müssen. Jetzt haben wir nur vier auf unserem Konto. Das ist nicht zufriedenstellend. Wir müssen in der Lage sein – wie in Bad Tölz – Phasen zu überstehen, wenn es mal nicht so läuft. Darin sehe ich die große Herausforderung, dass wir kritische Phasen im Spiel einfach besser überstehen müssen, um dementsprechend dann die Punkte nach Hause zu bringen.“ Fürs Heimspiel gegen Passau am Sonntag in der NETZSCH Arena zählt der 32-Jährige auf die Unterstützung der Selber Anhänger: „Die Unterstützung der eigenen Fans spielt natürlich immer eine riesige Rolle. Speziell wenn du ein kleines Lineup hast, wie wir es durch die ganzen Verletzten haben. Zuerst müssen wir dafür sorgen, dass der Funke vom Eis aufs Publikum überspringt, und dann brauchen wir eine gute Stimmung von den Rängen. Dafür sind wir aber auch verantwortlich. Wenn die Stimmung in Selb gut ist, dann hat es jeder Gegner schwer, sein Auswärtsspiel in der NETZSCH Arena zu gewinnen. Da kommt es auf die Fans an, da kommt es auf uns an, dass wir als Einheit alles geben. Wir haben ein schweres Auswärtsspiel in Lindau, da ist es nie einfach, zu gewinnen. Aber ich persönlich will zweimal gewinnen. Wir wollen die höchste Punktzahl, die wir kriegen können, das sind sechs Punkte, mitnehmen. Aber wenn man minimalistisch rechnet, müssen wir einfach das Heimspiel gewinnen. Da führt kein Weg dran vorbei. Und anschließend hoffen wir, dass sich das Lazarett langsam lichtet.“
Lineup
Die Selber Wölfe gehen weiterhin mit einem stark dezimierten Kader ins kommende Pflichtspielwochenende. Mit Lukas Valasek, Simon Boyko, Niko Lahtinen, Philip Ziesche und Daniel Weiß fallen fünf etablierte Stürmer verletzungsbedingt aus. Auch Verteidiger Dominik Müller laboriert noch an den Nachwirkungen seines Einschlags in die Bande am vergangenen Freitag und wird aller Voraussicht nach am Wochenende noch pausieren müssen. Neuzugang Jake Coughler wird hingegen – sofern die Lizenzierungsformalitäten rechtzeitig abgeschlossen sind – bereits am Freitag mitwirken können. Auch Lenny Elwing, Förderlizenzspieler von den Lausitzer Füchsen, wird zur Verfügung stehen.
selb-live.de – Presseinfo Selber Wölfe, Foto: Mario Wiedel


