18.3.2026 – „Selb, die „Weltstadt des Porzellans“ – wird 2026 selbst zur Bühne eines kriminalistischen Abenteuers. Anlässlich des 600.-jährigen Stadtjubiläums präsentiert das Porzellanikon – Staatliches Museum für Porzellan die große Sonderausstellung „Tatort Porzellan(ikon). Ein Krimi in Selb“, die ab dem 21. März 2026 die verborgenen, dunklen und überraschenden Kapitel der Porzellangeschichte beleuchtet.
Porzellan steht für Perfektion, Eleganz und technische Raffinesse und zugleich für Geheimhaltung, Rivalität und menschliche Schwächen. Wo ein Material zum Symbol einer Stadt wird, wie es in Selb der Fall ist, entstehen auch Geschichten von Patentstreitigkeiten, Industriespionage, Fälschungen, Diebstählen und spektakulären Kriminalfällen. Die Ausstellung zeigt: Hinter dem „weißen Gold“ verbirgt sich weit mehr als makellose Schönheit.
Über die Ausstellung
Die Ausstellung präsentiert über 60 Exponate, darunter zahlreiche selten gezeigte Originale aus nationalen und privaten Sammlungen und zieht ein breites Publikum an: Liebhaberinnen und Liebhaber von Porzellan und Keramik, kulturhistorisch Interessierte, Selberinnen und Selber, Gäste der Region, aber natürlich auch Fans von Krimis und True Crime.
Ausstellungsobjekte stammen unter anderem aus der Polizeihistorischen Sammlung Berlin, der Arzneihistorischen Sammlung der Technischen Universität Braunschweig sowie dem
Rundfunkmuseum Fürth. Jedes Exponat wurde von der zuständigen Kuratorin des Porzellanikon sorgfältig ausgewählt; kriminalhistorische Expertise bildet das Fundament der gesamten Schau.
Ein besonderer gestalterischer Akzent stammt aus der Zusammenarbeit mit Impuls Design, die das Ausstellungsdesign gemeinsam mit dem Museum entwickelten. Das Gameplay der Ausstellung – inklusive eines eigens hierfür erarbeiteten begleitenden Kartenspiels – wurde zusammen mit dem Animations-Künstler Andreas Dihm konzipiert. Die Illustrationen sowohl in der Ausstellung als auch im Kartenspiel stammen vom Comic-Zeichner Albert Hulm und verleihen dem kriminalistischen Szenario eine unverwechselbare visuelle Sprache.
Porzellan zwischen Genie, Gefahr und Verbrechen
Porzellan ist seit jeher faszinierend: Seine Herstellung war jahrhundertelang ein streng gehütetes, chinesisches Geheimnis, die Geschichte seiner Nacherfindung in Europa gleicht daher einem Krimi, bei dem August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen die Hauptrolle spielte. Die ersten europäischen Manufakturen standen im Wettbewerb um Rezepturen, Brenntechniken und Markenzeichen. Wer das Know-how besaß, hatte einen enormen Vorsprung – und lockte Industriespione an. Auch heute noch sind Patente, Produktionsgeheimnisse und Markenrechte hart umkämpft. Gleichzeitig übt Porzellan eine besondere Anziehungskraft auf Diebe und Hehler aus: kostbare Service, fragile Figuren oder historische Unikate wechseln nicht selten in dunklen Kanälen den Besitzer.
Die Ausstellung führt diese Facetten zusammen: von frühen Spionagefällen bis hin zu legendären Kunstraubfällen. Zugleich beleuchtet sie reale Verbrechen, in denen Porzellan eine unerwartete Rolle spielt – als Tatwerkzeug oder stummer Zeuge. Auch fiktive Kriminalliteratur und die mediale Berichterstattung rücken in den Fokus: Romane und Krimis zeigen, wie stark Keramik und Porzellan Kriminalgeschichten inspirieren und wie stark die Presse das Bild von Verbrechen, Täterschaft und Gerechtigkeit prägen.
Die Ausstellung präsentiert wahre Kriminalfälle im Zusammenhang mit Porzellan und Keramik:
Industriespionage & Patentkonflikte: vom geheimen chinesischen Wissen bis zu europäischen Porzellanrezepturen,
Diebstahl, Fälschung & Erpressung: Porzellan als Objekt der Begierde und Handelsware auf dem illegalen Markt,
Porzellan als Tatwaffe oder Beweismittel,
Medien, Mythen und Kriminalliteratur als Spiegel gesellschaftlicher Vorstellungen.
Zu den besonders eindrucksvollen Exponaten zählen:
- die sagenumwobene „Kanne des Attentäters“, ein illusionistisches Doppelkammergefäß,
- „Jack the Bulldog“ von Royal Doulton, bekannt aus James-Bond-Filmen,
- die Ragoutschüssel „Maiglöckchen“, deren florales Dekor auf die gefährliche Verwechslung einer Pflanze verweist.
Ein kriminalistisches Ausstellungserlebnis
Die Besucherinnen und Besucher übernehmen in der Ausstellung die Rolle von Ermittler*innen. Jeder Themenraum – Diebstahl, Fälschung, Spionage, Erpressung, Vergiftung, Körperverletzung – enthält Hinweise, die zum Lösen eines fiktiven Kriminalfalls führen.
Dieses interaktive Konzept fügt sich nahtlos in die wissenschaftliche Dramaturgie ein: Ein doppelter Zugang, der sowohl aktives Ermitteln ermöglicht als auch die Entdeckung historischer Fakten über Porzellan als Kulturobjekt und technologischer Werkstoff.
Selb als Bühne und Ursprung
Die Ausstellung versteht Selb nicht nur als Produktionsstandort, sondern als historisches Zentrum der einst umsatzstärksten Porzellanregion Europas, deren Entwicklung von Aufbruch,
Innovation, Konkurrenz – und immer auch von menschlichen Dramen – geprägt ist.
Sie macht sichtbar, dass die Geschichte des Porzellans untrennbar mit der Geschichte der Stadt verbunden ist. In Selb liegen Triumph und Risiko, künstlerische Meisterschaft und wirtschaftliche Rivalität besonders nah beieinander.
Zitat der Museumsdirektorin
Anna Dziwetzki, Direktorin des Porzellanikon: „Selb ist untrennbar mit Porzellan verbunden – und damit auch mit all den Geschichten, die dieses Material über Jahrhunderte geprägt haben. Unsere Ausstellung zeigt, wie eng Schönheit und Gefahr, Fortschritt und Täuschung, Kunstfertigkeit und kriminelle Energie miteinander verwoben sein können. Wir laden dazu ein, die Stadt und das Porzellan mit neuen Augen zu sehen.“
Die Ausstellung „Tatort Porzellan(ikon). Ein Krimi in Selb“ wird umrahmt von einem vielfältigen Begleitprogramm:
So., 19.04. Führung mit Kuratorin K. Klötzer durch die Sonderausstellung
„TATORT Porzellan(ikon). EIN KRIMI IN SELB“
SELB | 14:30 Uhr (Dauer 1,5 Stunden) | Preis: 5,00 €
Erwachsene zahlen zusätzlich 1,00 € Sonntagseintritt | ohne Anmeldung
Do., 30.04. Vortrag zur Sonderausstellung
„TATORT Porzellan(ikon). EIN KRIMI IN SELB“
Der WEISSE RING e. V. stellt seine Arbeit vor
SELB | 19:00 Uhr | Eintritt frei | ohne Anmeldung
So., 24.05. Führung mit Kuratorin K. Klötzer durch die Sonderausstellung
„TATORT Porzellan(ikon). EIN KRIMI IN SELB“
SELB | 14:30 Uhr (Dauer 1,5 Stunden)
Preis: nur 2,00 €, weil Handgemacht | ohne Anmeldung
Do., 28.05. Vortrag zur Sonderausstellung
„TATORT Porzellan(ikon). EIN KRIMI IN SELB“
Innocence Project Deutschland stellt seine Arbeit vor
SELB | 19:00 Uhr | Eintritt frei | ohne Anmeldung
Do., 18.06. Vortrag zur Sonderausstellung
„TATORT Porzellan(ikon). EIN KRIMI IN SELB“
Der „Badewannenmord“ – Prof. Hansen und Prof. Schmitt (Universität Stuttgart) über die Aufklärung eines Fehlurteils
SELB | 19:00 Uhr | Eintritt frei | ohne Anmeldung
So., 21.06. Führung mit Kuratorin K. Klötzer durch die Sonderausstellung
„TATORT Porzellan(ikon). EIN KRIMI IN SELB“
SELB | 14:30 Uhr (Dauer 1,5 Stunden) | Preis: 5,00 €
Erwachsene zahlen zusätzlich 1,00 € Sonntagseintritt | ohne Anmeldung
So., 19.07. Führung mit Kuratorin K. Klötzer durch die Sonderausstellung
„TATORT Porzellan(ikon). EIN KRIMI IN SELB“
SELB | 14:30 Uhr (Dauer 1,5 Stunden) | Preis: 5,00 €
Erwachsene zahlen zusätzlich 1,00 € Sonntagseintritt | ohne Anmeldung
Do., 23.07. Vortrag zur Sonderausstellung
„TATORT Porzellan(ikon). EIN KRIMI IN SELB“
Jugendcoach Simon Batta spricht über Gewalt- und Drogenprävention
SELB | 19:00 Uhr | Eintritt frei | ohne Anmeldung
Do., 27.08. Bühnengespräch zur Sonderausstellung
„TATORT Porzellan(ikon). EIN KRIMI IN SELB“
mit dem Selber Krimiautor Rainer König
SELB | 19:00 Uhr | Eintritt frei | ohne Anmeldung
So., 30.08. Führung mit Kuratorin K. Klötzer durch die Sonderausstellung
„TATORT Porzellan(ikon). EIN KRIMI IN SELB“
SELB | 14:30 Uhr (Dauer 1,5 Stunden) | Preis: 5,00 €
Erwachsene zahlen zusätzlich 1,00 € Sonntagseintritt | ohne Anmeldung
Do., 24.09. Vortrag zur Sonderausstellung
„TATORT Porzellan(ikon). EIN KRIMI IN SELB“
SPIEGEL-Journalist Thomas Heise berichtet aus seinem Arbeitsalltag
SELB | 19:00 Uhr | Eintritt frei | ohne Anmeldung
So., 27.09. Führung mit Kuratorin K. Klötzer durch die Sonderausstellung
„TATORT Porzellan(ikon). EIN KRIMI IN SELB“
SELB | 14:30 Uhr (Dauer 1,5 Stunden) | Preis: 5,00 €
Erwachsene zahlen zusätzlich 1,00 € Sonntagseintritt | ohne Anmeldung
So., 04.10. Führung mit Kuratorin K. Klötzer durch die Sonderausstellung
„TATORT Porzellan(ikon). EIN KRIMI IN SELB“
SELB | 14:30 Uhr (Dauer 1,5 Stunden) | Preis: 5,00 €
Erwachsene zahlen zusätzlich 1,00 € Sonntagseintritt | ohne Anmeldung
Begleitprogramm für Schulen zur Sonderausstellung „Tatort Porzellan(ikon)“
Spannend, kreativ und ein bisschen kriminell geht es auch im Begleitprogramm zur Sonderausstellung für Schulklassen zu.
Die Schülerinnen und Schüler schauen den Kriminaltechnikern auf die Finger und probieren verschiedene Methoden aus, mit denen die Profis den Gaunern auf die Schliche kommen. Die Kinder nehmen und untersuchen Fingerabdrücke, versuchen sich an Phantombildern, machen unsichtbare Spuren mit chemischer Hilfe wieder sichtbar und erleben, wie man Chemikalien in unbekannten Flüssigkeiten nachweisen kann.
Natürlich kommt auch der kreative Teil nicht zu kurz. Normalerweise versucht man natürlich, Fingerabdrücke auf Porzellan zu vermeiden. Hier ist das Gegenteil das Ziel: Wir benutzen Abdrücke von Fingern und Händen ganz bewusst, um Porzellan zu gestalten, das danach natürlich mit nach Hause genommen werden darf.
Das Programm ist geeignet für Schülerinnen und Schüler ab 12 Jahren. Der Besuch der Sonderausstellung und das Begleitprogramm zusammen füllen bequem einen Vormittag und eignen sich damit perfekt für Ausflüge und Wandertage.
selb-live.de – Presseinfo Porzellanikon; Fotos: Gießler / Scherg


