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kino selb 11196.11.2019 – Es sind neue Fördermöglichkeiten, die die Stadt Selb bei der Umsetzung des Kommunalen Kinos ganz anders und vor allem weiter denken lassen können. Über eine Millionen Euro anstatt lediglich 260.000 Euro können in das Gebäude investiert werden. Die Neueröffnung verschiebt sich ins Jahr 2021. Die Grenzland-Filmtage 2020 finden als Übergangslösung im Rosenthal-Theater statt.

Seit Mai 2019 ist die Stadt Selb Eigentümerin des Kino-Center Selb. Für 350.000 Euro einschließlich Technik wurde dieses zu zwei Raten gekauft, wie Oberverwaltungsdirektorin Nicole Abraham erklärt. Das neue Kommunale Kino, für das sich der Stadtrat nach langen Diskussionen mehrheitlich entschieden hatte, sollte spätestens Anfang nächsten Jahres an den Start gehen. Das, wenn Umbaumaßnahmen rund ums Foyer lediglich mit dem Low-Budget von einst durchgeführt worden wären. Wie mehrfach berichtet, wurde hierfür der Eigenanteil der Stadt Selb auf 80.000 Euro gedeckelt, weitere 180.000 Euro standen bzw. stehen als Sponsorengelder zur weiteren Umsetzung bereit. Beide Summen sind auch weiter noch klar definiert.

Aber: „Wir sind jetzt in der glücklichen Lage, über den Masterplan-Prozess Innenstadt und dem damit im Kino verbundenen Designcafé – einem klassisch umzusetzenden Bürgerwillen – finanzielle Unterstützung zu bekommen. So können wir nun auch ganz anders denken und unser Kino fit für die Zukunft zu machen“, stimmte laut Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch der Stadtrat in seiner Juli-Sitzung einstimmig dafür, alle sich ergebenden Möglichkeiten auszuschöpfen. Dies natürlich mit Hinblick darauf, dass die 80.000 Euro Eigenanteil der Stadt weiter nicht überschritten werden.

Das Designcafé war eines von gesamt 17 Projekten aus dem Masterplan-Prozess. „Mit der Idee der Umsetzung des Cafés im kommunalen Kino können wir nun zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, fand Baudirektor Helmut Resch mit der ersten ausgearbeiteten Gesamt-Konzeption umgehend Gehör bei der Regierung von Oberfranken. Die Signale stünden positiv. Derzeit laufe die umfassende Antragstellung. Auch auf detaillierte Zahlen warte man noch. Von weit über eine Millionen Euro wird jedoch ausgegangen, die dann womöglich bis zu 90 Prozent gefördert werden. Nebenbei merkte Resch an, dass auch der Kauf des Kinos mit „nahezu zwei Drittel“ gefördert wurde – ursprünglich wurde hier von keiner Förderung ausgegangen. Jetzt warte man auf positive Rückmeldung, erst dann könne der Umfang des Umbaus konkretisiert und ein detaillierter Zeitplan erstellt werden. Mit einer Wiedereröffnung des Kinos wird im Frühjahr 2021 gerechnet.

Wie ebenso berichtet, soll der Charme der mit moderner Technik ausgestatteten drei Kinosäle mit gesamt Platz für 290 Personen zunächst wie gehabt erhalten bleiben. Pötzsch und Resch machen klar, dass es sich bei den angedachten Umbaumaßnahmen dann neben dem Eingangsbereich auch um Punkte wie Vollwärmeschutz, eine neue Fassade, neue Lüftung und Elektrik, ein Windfang, ein behindertengerechter Eingang bis hin zu einem behindertengerechten WC im Erdgeschoss handelt. Ein Eingriff in den Straßenbereich sei notwendig. Überhaupt müsse dieser Bereich der Poststraße auch im Zuge der gegenüber dem Kino entstehenden Stadtbücherei neu überdacht werden.

„Wir haben die Chance, nun völlig anders und konsequenter an das Thema heranzugehen und einen Mehrwert generieren, der mit der vorherigen Minimallösung nicht möglich gewesen wäre,“ meint Ulrich Pötzsch. Er freut sich, dass trotz der nun längeren Phase des Umbaus die Grenzlandfilmtage dennoch auch im nächsten Jahr in Selb stattfinden werden. Stets sei man im Kontakt mit der Filmtage-Chefin Dagmar Franke gewesen, habe informiert und unterstützt. Eine Übergangslösung wurde gefunden: Das Rosenthal-Theater mit seinem großen und dem kleinen Saal wie auch der Jazzkeller der Musikschule werden vom 16. bis 19. April die Spielstätten des anstehenden 43. Film-Festivals sein. „Es bleibt für unser Team zwar verbunden mit einem nicht unerheblichen Mehraufwand, doch wir sind froh über die Alternative“, haben die Organisatoren um Dagmar Franke Planungssicherheit. Natürlich aber hofft sie, schon im Jahr 2021 wieder im Kino die Veranstaltung durchführen zu können. „Das Kino ist unsere Festival-Heimat und mit seiner Atmosphäre und vor allem der hochwertigen Kinotechnik nicht zu ersetzen!“

Jennifer Ruckdeschel, Betriebsleitung des Kino Selb, verspricht ebenso, die Selber Bevölkerung in der Zwischenzeit mit Kinoprogramm zu versorgen. Noch arbeite die Stadtverwaltung an einem Übergangs-Kinoprogramm, derzeit kann sie aber keine konkreten Details nennen. Sicher ist: im Frühjahr 2020 werden die Schulkinowochen auch wieder in Selb stattfinden. Das zur Weihnachtszeit vom Forum „Selb erleben“ organisierte Kinderkino wird heuer am 7. Dezember im Saal des JAM durchgeführt.

Zum Designcafé im Foyerbereich des zukünftigen Kommunalen Kinos selbst ergänzt Ruckdeschel, dass dieses eine Leinwand für Kunst und Design bieten soll. Wechselnde Ausstellungen sollen einen einzigartigen Erlebnisort schaffen, der sich durch die Variation immer wieder neu erfindet. Um den einzelnen Exponaten genügend Raum zu geben und sie bestmöglich in Szene zu setzen, soll der grundlegende Gestaltungsansatz reduziert und minimalistisch gehalten sein, um als weiße Leinwand für die Ausstellungsstücke zu dienen.  kino selb 1119

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