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naturfreunde selb 09171229.9.2017 - Weite Ausblicke, Kunst und viel Natur erlebten die Sonntagswanderer der NaturFreunde Selb auf ihrer September-Tour, nachdem sie der Kleinbus bei idealem Wanderwetter bis zum Ausgangspunkt gebracht hatte. Schon kurz nach

dem Start in Hadermannsgrün öffnete sich ein erster weiter Blick über den „Berger Winkel“, eine hügelige Gegend rund um die Ortschaft Berg, bis hinüber zu den Ausläufern des Thüringer Waldes auf der anderen Seite des Saaletals im Norden. Ein großer Acker mit bunt blühenden Dünge-Pflanzen überraschte die Wanderer, bevor sie in leichtem Auf und Ab die nächste Sehenswürdigkeit, den Eisenpark von Eisenbühl, erreichten. Prof. Dr. Claussen, ein ehemaliger Mediziner, ein Neurootologe, der sich mit den Funktionen der Kopfsinne beschäftigt, hat hier mehr als 200 bunte oder metallglänzende phantastische Skulpturen aus Eisen geschaffen, die auf einer gepflegten Wiese bewundert werden konnten. Eindrücke, wie sie gegensätzlicher kaum sein können, folgten dann nur wenige Minuten später, als man im Gänsemarsch auf schmalem Pfad durch ehemaliges Schiefer-Steinbruchgelände im urig-romantischen Wald bergab stieg. Eine Lichtung am Abhang, der felsige Boden über und über mit verschiedenen Moosen und Flechten bedeckt, gab die Sicht frei über das Tal bis Blankenberg, hoch über der Saale auf einem Bergsporn thronend. Die Blumenaumühle, heute nur noch ein kleines Wasserkraftwerk und das Tor nach Thüringen im wahrsten Wortsinn, musste passiert werden, um auf der 2009 errichteten Grüne-Band-Brücke die Saale zu überqueren. Nun stand man unmittelbar vor einer hohen Schiefer-Steinwand, aus der braunrotes Wasser quoll – Überreste eines ehemaligen Alaunwerkes, das im 18. Jahrhundert hier die notwendigen Grundstoffe abbaute. Ein kurzes, steiles Stück Grenzkontroll-Plattenweg und ein Wiesenpfad wechselten sich ab, bis die Aussichtsplattform Wachhügel erreicht war. Hoch über der Saale schwebend, kann man die wunderbare Rundsicht über die fränkische Seite der Saale genießen, die sich von Rudolphstein über den 612 m hohen Gupfen bis Kemlas am Fuß des Wolfsteins am Eingang zum Höllental hinzieht. Eine Sitzgruppe in genau passender Größe bot sich den 18 Wanderfreunden hier für die Mittagsrast an. Durch den kleinen schmucken Ort Pottiga, der vor der Wende im Sperrgebiet lag und nur mit Sondergenehmigung betreten werden durfte, ging es dann mit immer wieder schönen Ausblicken auf dem Kammweg weiter. Für die letzte Anstrengung beim mühsamen Aufstieg nach Blankenberg wurde die Gruppe dann durch neue überwältigende Eindrücke voll entschädigt. Zuerst war das Innere der neoromanischen evang. Kirche einen Blick wert, und dann konnte das Modell der einstigen Burg im Maßstab 1:10 bewundert werden. 1948 war die aus dem Mittelalter stammende und noch voll erhaltene Burg von den russischen Besetzern einfach gesprengt und geschleift worden. 1990 begann man dann, die baulichen Reste freizulegen und heute bietet sich dem Besucher ein sehr romantisches Bild. Der folgende Panoramaweg, auf dem man die Anlage bis zum Aussichtsgipfel Bastei umrundete, machte seinem Namen alle Ehre. Einzelne Laubbäume, die bereits im herbstlichen Gold leuchteten, umrahmten die bezaubernden Blicke hinab ins Tal. Eine letzte atemberaubende Aussicht bot sich von der Hochzeitskanzel, diesmal hinab auf den Zielort Blankenstein, die Silhouette von Lichtenberg auf dem Höhenrücken dahinter und den Wiedeturm auf dem nahen Wolfstein, bevor der letzte Abstieg im Wald hinunter zum Ufer der Saale folgte. Jetzt lief man direkt am Wasser entlang und folgte den kleinen Gleisen der ehemaligen Werksbahn, die noch bis 1968 zwischen den beiden Papierfabriken Blankenberg und Blankenstein in Betrieb war, und zwar direkt an der stark befestigten Grenze im Niemandsland, das normaler Weise nicht betreten werden durfte. Mauerreste und Informationstafeln unter der hohen Felswand auf der einen Seite und Teile des ehemaligen Sperrzaunes gegenüber sowie die urwüchsige Natur ringsum beeindruckten sehr. Im Wanderstützpunkt von Blankenstein, dem Ausgangspunkt mehrerer Weitwanderwege, einem ansprechend gestalteten Areal mit dem sogenannten „Wanderdrehkreuz“ wurde man herzlich aufgenommen und konnte den sehr abwechslungsreichen Tag gemütlich abschließen.

naturfreunde selb 091712selb-live.de – Presseinfo Naturfreunde Selb