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heimatbuehne selb 032618.3.2026 - Mit viel Spielfreude, Humor und einem Gespür für Situationskomik präsentierte die Heimatbühne Selb am Samstagabend im Rosenthal-Theater das Lustspiel „Jubiläumszinnober“. Die Komödie in drei Akten aus der Feder von Arno Boas bot dem Publikum einen unterhaltsamen Theaterabend.

Im Mittelpunkt der Handlung steht die Stadt Selb, die ihre große 600-Jahr-Feier vorbereitet. Dabei geraten die Landfrauen rund um Hedwig Linsentopf und die Feuerwehr mit ihrem Chef Mario Ohrenbeißer immer wieder aneinander, denn beide Seiten möchten bei der Organisation des Festes die Federführung übernehmen. Die Situation spitzt sich weiter zu, als eine Erbschaft in Höhe von 500.000 Euro in Aussicht gestellt wird – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass es zu keinen Streitereien kommt. Als dann auch noch die Einnahmen eines Heimatabends auf mysteriöse Weise verschwinden, steigt der Druck auf alle Beteiligten. Während die Nerven zunehmend blank liegen, behält ausgerechnet die betagte Babette den Überblick…

Das ursprünglich geschriebene Stück wurde für die Selber Aufführung natürlich an das Jubiläumsjahr der Stadt herangezogen. Auch die Selber Mundart fand immer wieder ihren Platz in den Dialogen und verlieh der Inszenierung zusätzlichen Lokalkolorit.

Obwohl die Handlung selbst stellenweise eher schlicht angelegt ist, gelang es der zwölfköpfigen Laienschauspieltruppe, mit viel Engagement das Beste aus dem Stoff herauszuholen. Gerade die Situationskomik und das harmonische Zusammenspiel der Akteure sorgten für Lacher im Publikum.

Besonders hervorzuheben sind die Leistungen von Robert Roth, Sonja Scupin und Sascha Wunderlich, die ihre Rollen mit großer Präsenz und energiegeladener Mimik verkörperten. Mit sicherem Timing und sichtbarer Spielfreude sorgten sie mehrfach für begeisterte Reaktionen im Saal. Doch auch das übrige Ensemble fügte sich überzeugend in das Gesamtbild heimatbuehne selb 03262ein und trug dazu bei, dass jede Figur ihre eigenen Momente auf der Bühne erhielt.

Mit Sarah Kerling stand zudem eine Darstellerin erstmals auf der Bühne der Heimatbühne. Ihre Premiere meisterte sie mit viel Einsatz und fügte sich gut in das Ensemble ein. Erwähnung fand auch die Zusammenarbeit mit der „Gesellschaft Australia“, aus deren Reihen Can Tarzan an der Produktion beteiligt war.

Liebe zum Detail zeigte sich nicht nur im Spiel der Darsteller, sondern auch in der Bühnenausstattung. Die Bühne stellte die Stube einer Pension dar und schuf damit den passenden Rahmen für die turbulenten Ereignisse des Stücks. Für zusätzliche Sicherheit hinter den Kulissen sorgte Souffleuse Alice Kiesl, die dezent im Hintergrund unterstützte, sollte einmal ein Text vergessen werden. Die Regie lag in den Händen von Antje Heindl.

Am Ende dankte das Publikum im Rosenthal-Theater der gesamten Truppe mit entsprechendem Applaus. Die Heimatbühne Selb bewies damit erneut, mit wie viel Herzblut, Engagement und Begeisterung sie ihrer Leidenschaft für das Theater nachgeht.

Wer die Aufführung bislang verpasst hat, erhält noch einmal Gelegenheit dazu: Am Samstag, 21. März, um 19.30 Uhr hebt sich im Rosenthal-Theater Selb erneut der Vorhang für das Lustspiel „Jubiläumszinnober“. Daher wird an dieser Stelle bewusst nicht näher auf weitere Details der Handlung eingegangen, damit auch die Besucher der nächsten Vorstellung die zahlreichen Wendungen und Überraschungen selbst entdecken können.

heimatbuehne selb 03261selb-live.de – Michael Sporer