23.10.2026 - Bei ihrer Jahreshauptversammlung haben die Freien Wähler Selb auf ein arbeitsreiches Jahr zurückgeblickt und die Ergebnisse der Kommunalwahl 2026 analysiert. Neben der künftigen politischen Arbeit im Stadtrat standen insbesondere die Öffentlichkeitsarbeit, der direkte Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie neue Veranstaltungsformate im Mittelpunkt.
Vorstandssprecher Niklas Schmidling blickte auf einen intensiven Kommunalwahlkampf zurück, der von zahlreichen Terminen, Gesprächen und Veranstaltungen geprägt war. Bei der Stadtratswahl traten die Freien Wähler Selb mit 16 Kandidatinnen und Kandidaten an. Zudem stellte die Gruppierung mit Schmidling erstmals einen eigenen Oberbürgermeisterkandidaten. Das Ergebnis blieb allerdings hinter den Erwartungen zurück. Mit 10,5 Prozent der Stimmen verloren die Freien Wähler einen ihrer bisher drei Stadtratssitze.
Schmidling dankte allen Beteiligten für ihr Engagement und sprach zugleich offen die Gründe an, die künftig aufgearbeitet werden müssten. Dazu zählten die geringere Sichtbarkeit der Wahlwerbung und die Frage, wie das eigene politische Profil in der Öffentlichkeit deutlicher vermittelt werden könne. Auch die zunehmende Bedeutung bundespolitischer Themen bei Kommunalwahlen wurde thematisiert.
Ungeachtet des Wahlergebnisses wollen die Freien Wähler Selb ihre Arbeit im Stadtrat engagiert fortsetzen. Mit Roland Schneider und Niklas Schmidling ist die Gruppierung weiterhin vertreten. Darüber hinaus übernimmt Schmidling die Funktion eines weiteren Stellvertreters des Oberbürgermeisters. Auch in den Ausschüssen bleiben die Freien Wähler eingebunden.
Ziel sei es, kommunalpolitische Entscheidungen kritisch zu begleiten, eigene Ideen einzubringen und die im Wahlprogramm formulierten Vorhaben weiterzuverfolgen. Als konkretes Beispiel wurde der Antrag der Freien Wähler zum Thema 5G bzw. der Mobilfunkversorgung genannt. Die anschließende Diskussion habe verdeutlicht, dass bei Problemen vor Ort häufig auch übergeordnete politische und regulatorische Rahmenbedingungen berücksichtigt werden müssten.
Mehr Austausch in den Ortsteilen
Ein wichtiges Anliegen bleibt der direkte Kontakt zur Bevölkerung. Positive Rückmeldungen gab es zur Betriebsbesichtigung beim Unternehmen Linseis, die gezeigt habe, dass persönliche Gespräche und Einblicke in örtliche Betriebe auf Interesse stoßen. Für das kommende Jahr wurde deshalb erneut eine Betriebsbesichtigung angeregt.
Auch die Ortsteile sollen künftig stärker in den Blick genommen werden. Die Ortssprecher Tina Schneider, Thomas Rohstock und Joachim Reuer nehmen Anliegen aus ihren jeweiligen Bereichen auf und sollen den Austausch zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und den Freien Wählern fördern. Angeregt wurden außerdem regelmäßige Stammtische in den Ortsteilen. Roland Schneider und Joachim Reuer wollen sich mit der weiteren Planung befassen.
Aus Unterweißenbach berichtete Tina Schneider. Unter anderem wurde das Weißen der Bushaltestellenhäuschen im Ortsteil veranlasst. Solche Beispiele verdeutlichten, dass auch kleinere, konkrete Anliegen die Lebensqualität vor Ort betreffen und durch persönliches Engagement aufgegriffen werden können.
Informationsabend gegen Trickbetrug geplant
Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Vorschlag, eine Informationsveranstaltung zum Thema Trickbetrug und Betrugsmaschen gegenüber älteren Menschen zu organisieren. Tina Schneider regte an, einen solchen Abend in Oberweißenbach durchzuführen.
Darüber hinaus diskutierten die Mitglieder über weitere Möglichkeiten, die Freien Wähler in Selb und den Ortsteilen sichtbarer zu machen. Neben einer stärkeren Präsenz in den sozialen Medien, insbesondere mit regelmäßigen Informationen aus dem Stadtrat, wurden ein mögliches Fest und eine Veranstaltung unter einem besonderen Motto angesprochen. Konkrete Beschlüsse zu diesen zusätzlichen Ideen wurden noch nicht gefasst.
Für die kommenden Jahre sehen die Freien Wähler Selb die Aufgabe darin, ihr Profil als unabhängige, kommunal ausgerichtete Gruppierung deutlicher herauszustellen. Die politische Arbeit soll stärker nach außen vermittelt und der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern intensiviert werden. Zugleich sollen mehr eigene Anträge in die kommunalpolitische Diskussion eingebracht und neue Mitglieder, insbesondere jüngere Menschen, für die Mitarbeit gewonnen werden.
Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden die Kassiererin und der Vorstand einstimmig entlastet. Tina Schneider wurde einstimmig zur weiteren Kassenprüferin gewählt.
selb-live.de – Presseinfo Freie Wähler Selb