5.3.2026 - In einem offenen Schreiben an Ministerpräsident Markus Söder fordert der Selber CSU-Politiker Carsten Hentschel neue wirtschaftspolitische Impulse für die Region Hochfranken. Der Brief entstand nach einem Austausch mit Unternehmerinnen und Unternehmern aus Selb und der Region, deren Anliegen Hentschel darin zusammenfasst.
Hochfranken sei eine leistungsfähige Wirtschaftsregion, betont Hentschel, zugleich würden viele Betriebe zunehmend schwierigere Rahmenbedingungen wahrnehmen. „Unsere Unternehmen exportieren, investieren, bilden aus, zahlen Steuern und halten die Region am Laufen“, schreibt er. Gleichzeitig spürten viele Betriebe, „dass sich die Rahmenbedingungen in den letzten Jahren so verändert haben, dass ein Weiter so keine Option mehr ist“.
Als zentrale Maßnahme schlägt Hentschel vor, Hochfranken ab 2026 zur Modellregion für Bürokratieabbau zu machen. Ziel seien unter anderem schnellere Genehmigungsverfahren, stärker digitalisierte Abläufe und klare Entscheidungsfristen. Die Region eigne sich dafür besonders, weil sie überschaubar sei und gleichzeitig genügend wirtschaftliche Strukturen biete, um daraus Erkenntnisse für ganz Bayern zu gewinnen.
Darüber hinaus thematisiert der CSU-Politiker die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Gerade energieintensive Betriebe hätten zunehmend Schwierigkeiten im internationalen Wettbewerb. In diesem Zusammenhang fordert er unter anderem weniger Bürokratie bei gesetzlichen Vorgaben und keine „doppelte Berichtswelt“ durch nationale Sonderregelungen etwa beim Lieferkettengesetz.
Ein weiteres Anliegen betrifft steigende Kosten für Unternehmen, etwa durch höhere Energiepreise, Mindestlohnsteigerungen oder Sozialabgaben. Viele Betriebe könnten diese Belastungen zwar grundsätzlich tragen, in arbeitsintensiven Branchen werde der Spielraum jedoch enger. Die Politik müsse deshalb für planbare und praxisnahe Regelungen sorgen.
Auch die Energiepolitik wird im Brief angesprochen. Hentschel bittet Söder, sich dafür einzusetzen, dass steigende CO₂-Kosten nicht zu Wettbewerbsnachteilen für deutsche Unternehmen führen. Gleichzeitig fordert er mehr Tempo beim Ausbau von Energieinfrastruktur sowie technologische Offenheit bei neuen Energieformen.
Schließlich lädt Hentschel den Ministerpräsidenten zu einem Wirtschaftsgespräch nach Selb ein. Dort könnten Vertreter regionaler Unternehmen direkt über Standortfragen und wirtschaftliche Perspektiven diskutieren. „Ich möchte, dass Selb und Hochfranken wieder mehr nach vorne gehen“, schreibt er abschließend und wirbt für neue Impulse für die Region.
Foto: Der Landtagsabgeordnete Martin Schöffel übergibt den offenen Brief an den Ministerpräsidenten.
selb-live.de – Presseinfo / Foto: CSU Selb