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festival mediaval selb 2026 412.9.2026 – Jubel, Handgeklapper und Dudelsackklänge: Auf dem Selber Goldberg hat am Freitag wieder das Mittelalter Einzug gehalten. Mit jeder Menge Musik, fantasievollen Gewandungen und bestens gelaunten Besuchern ist das Festival-Mediaval in seine inzwischen 17. Auflage gestartet.

Wer am Freitag den Goldberg hinaufstieg, konnte kaum überhören, dass dort wieder eine andere Zeitrechnung begonnen hat. Dudelsäcke mischten sich mit Trommeln und Gitarren, aus allen Richtungen schallten Musik, Gelächter und Stimmen über das Gelände. Dazwischen zogen Ritter, festival mediaval selb 2026 1Spielleute, Piraten und andere fantasievoll gewandete Gestalten ihre Bahnen. Und wer statt Rüstung oder Umhang lieber Jeans und T-Shirt trug, gehörte genauso dazu.

Denn genau diese besondere Mischung macht das Festival-Mediaval seit Jahren aus: Für ein Wochenende entsteht mitten in Selb eine eigene kleine Welt. Eine Welt, in der Historie auf Fantasie trifft, in der alte Instrumente neben modernen Rockgitarren bestehen und in der sich eingefleischte Mittelalterfans ebenso wohlfühlen wie neugierige Festivalneulinge.

 

Mit Fanfaren offiziell eröffnet

Auch die offizielle Eröffnung durfte am Freitag nicht fehlen. Von Fanfarenklängen auf die Bühne begleitet begrüßte Selbs Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch die zahlreichen Gäste und zeigte sich erfreut über das, was auf dem Goldberg erneut auf die Beine gestellt wurde.

Großes Lob gab es dabei für Festivalchef Ulf Schertel und dessen Mannschaft. Pötzsch zollte dem Organisationsteam Respekt für die Vorbereitung eines Festivals dieser Größenordnung und hieß die vielen Besucher aus nah und fern herzlich in Selb willkommen.

Einen passenden Bogen schlug das Stadtoberhaupt dabei auch zum besonderen Selber festival mediaval selb 2026 5Jahr 2026: Die Stadt feiert heuer ihr 600-jähriges Jubiläum. Als kleines Dankeschön und zugleich als Erinnerung an dieses besondere Jahr überreichte Pötzsch Ulf Schertel einen limitierten „Selb-Taler“.

Schertel wiederum richtete den Blick auf diejenigen, die während eines Festivalwochenendes nicht immer im Rampenlicht stehen. Sein Dank galt dem großen Team der vielen fleißigen Helferinnen und Helfer im Hintergrund. Ohne deren tatkräftigen Einsatz, machte er deutlich, wäre eine Veranstaltung in dieser Größenordnung nicht zu stemmen.

 

„Legends“ – der Name ist Programm

Dass das Festival 2026 unter dem Motto „Legends“ steht, ist keineswegs nur ein griffiger Titel. Das Programm vereint an diesem Wochenende zahlreiche Künstler, die die Mittelalter-, Folk- und Rockszene seit vielen Jahren prägen.

Schon am Freitag bekam das Publikum davon reichlich zu hören und zu sehen. Mit Faun stand eine Formation auf dem Programm, die selbst ein Jubiläum feiert: Seit 25 Jahren verbindet die Band historische Instrumente und archaische Klangwelten mit modernen Einflüssen. Ebenfalls zu den großen Namen des Auftakts gehörte Corvus Corax. Die als „Könige der Spielleute“ bekannten Musiker passen wie kaum eine andere Formation zum diesjährigen Motto.

Und so wurde bereits der erste Festivaltag zu dem, was sich viele Fans erhofft hatten: ein Wiedersehen mit bekannten Größen, ein Treffen der Szene und zugleich ein musikalischer Streifzug durch ganz unterschiedliche Spielarten zwischen Mittelalter, Folk und Rock.

Mal wurde aufmerksam gelauscht, mal kräftig mitgeklatscht, dann wieder getanzt und gejubelt. Spätestens als die Dunkelheit über den Goldberg hereinbrach, entfaltete das Festivalgelände jene Atmosphäre, für die das Mediaval weit über die Region hinaus bekannt ist.

 

Nicht nur vor den Bühnen gibt es viel zu entdecken

Doch wer beim Festival-Mediaval ausschließlich von Konzertbühnen spricht, erzählt nur einen Teil der Geschichte. Denn eigentlich wird an diesem Wochenende der gesamte Goldberg zur Bühne. Zwischen Marktständen und historischen Lagern, Händlern, Handwerkern, Künstlern und gewandeten Besuchern gibt es ständig etwas zu entdecken. Mal ziehen ungewöhnliche Klänge die Aufmerksamkeit auf sich, ein paar Meter weiter sorgen Gaukler, Artisten und Kleinkünstler für staunende Gesichter.

festival mediaval selb 2026 2Der Mittelaltermarkt lädt zum ausgiebigen Stöbern ein, während historische Lager einen Eindruck davon vermitteln, wie das Leben in längst vergangenen Zeiten ausgesehen haben könnte.

Hinzu kommen Kleinkunst, Theater, Artistik, Jonglage und Akrobatik. Auf der Burgwiese werden beim „Living Chess“ Menschen selbst zu Schachfiguren. Feuershows und eine Raubvogelvorführung gehören ebenfalls zum umfangreichen Programm.

Wer es etwas ruhiger mag, findet im Literaturzelt einen Gegenpol zu Dudelsack, Trommel und Rockgitarre. Dort nehmen Autorinnen und Autoren ihr Publikum mit in historische und fantastische Welten.

Und selbst mitmachen ist ausdrücklich erwünscht: Workshops rund um Drehleier, Dudelsack, Tin Whistle, Bodhrán oder Thüringer Waldzither gehören ebenso zum Angebot wie Veranstaltungen zu historischen und kulturellen Themen.

 

Am Samstag wartet mit In Extremo der nächste Höhepunkt

Nach dem gelungenen Freitag ist auf dem Goldberg noch lange nicht Schluss, Im Gegenteil. Am Samstag geht das „Legends“-Wochenende in die nächste Runde und hat einen der wohl größten Publikumsmagneten dieser 17. Auflage zu bieten.

Mit In Extremo kommt am Samstagabend eine der bekanntesten deutschen Mittelalter-Rockbands nach Selb. Die Formation feiert ihr 30-jähriges Bestehen und verbindet seit drei Jahrzehnten Dudelsäcke, Schalmeien und andere historische Instrumente mit mächtigen Gitarren und Rock. Für das Festival-Mediaval ist eine besondere Jubiläumsshow angekündigt.

Doch auch abseits dieses Höhepunkts bleibt das musikalische Programm vielfältig. Mit dabei sind an diesem Wochenende unter anderem Subway to festival mediaval selb 2026 3Sally, die ihr Erfolgsalbum „Nord Nord Ost“ noch einmal aufleben lassen, Mr. Hurley & die Pulveraffen mit ihrem Piraten-Folk, Celtica Pipes Rock sowie die schottische Formation Saor Patrol. Auch Steve'n'Seagulls aus Finnland gehören zum Aufgebot und verpassen bekannten Rock- und Metalnummern mit Banjo, Akkordeon und Kontrabass einen ungewöhnlichen Bluegrass-Anstrich.

Damit dürfte auch an den kommenden beiden Festivaltagen kaum Langeweile aufkommen.

 

Ein kleines Reich auf Zeit

Es sind am Ende ohnehin nicht allein die großen Namen, die den Reiz dieses Wochenendes ausmachen. Es ist das Gesamtbild: Wenn zwischen Bäumen und Zelten Dudelsäcke erklingen, Kinder neugierig durch die Lager ziehen, irgendwo Met ausgeschenkt wird und wenig später donnernde Trommeln über den Goldberg rollen, verschwimmen die Grenzen zwischen Konzert, Markt, Theater und Fantasiewelt. Genau darin liegt seit Jahren der besondere Charme des Festival-Mediaval.

Und 2026 kommt noch etwas hinzu: „Legends“ ist gewissermaßen ein Treffen alter Bekannter. Zahlreiche Künstler, die ihre jeweilige Szene über viele Jahre geprägt haben, versammeln sich an einem Wochenende in Selb. Manche feiern dabei selbst Jubiläum, andere gehören längst zum festen musikalischen Inventar einer ganzen Fangemeinde. Der Freitag hat dafür den passenden Auftakt geliefert.

Noch bis diesen Sonntag bleibt der Goldberg jenes kleine Reich auf Zeit, in dem das Mittelalter nicht hinter Museumsglas betrachtet wird, sondern laut, bunt und manchmal ziemlich rockig daherkommt.

Und wer am Freitagabend die vielen jubelnden Gesichter, erhobenen Hände und tanzenden Menschen vor den Bühnen gesehen hat, der dürfte kaum daran zweifeln: Die Legenden sind in Selb angekommen.

festival mediaval selb 2026 4selb-live.de – Michael Sporer / Martina Reul