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theater selb6.7.2026 - Das Rosenthal-Theater Selb hat sich auch im vergangenen Jahr den schwierigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stellen müssen. Dennoch konnte die städtische Kultureinrichtung ihre Attraktivität unter Beweis stellen. Zwar wurden im Haushaltsjahr 2025 weniger Veranstaltungen angeboten als im Vorjahr, gleichzeitig stieg jedoch die durchschnittliche Besucherzahl pro Veranstaltung deutlich an.

Theaterleiterin Barbara Baumann zog im Kulturausschuss des Selber Stadtrats insgesamt eine positive Bilanz und gab zugleich einen Ausblick auf die kommenden Spielzeiten. Wie sie erläuterte, machten personelle und wirtschaftliche Einschränkungen eine Reduzierung des Veranstaltungsprogramms notwendig. Während im Jahr 2024 noch 37 Veranstaltungen mit insgesamt 7.133 Besucherinnen und Besuchern stattfanden, waren es 2025 26 Veranstaltungen mit 5.787 Gästen. Das entspricht einem Rückgang um rund 19 Prozent.

Die reine Besucherzahl zeichne jedoch kein vollständiges Bild. Betrachtet man die durchschnittliche Auslastung, zeigt sich eine gegenteilige Entwicklung. Während 2024 im Schnitt rund 193 Besucherinnen und Besucher eine Veranstaltung besuchten, waren es 2025 durchschnittlich 223 Gäste – ein Plus von rund 15,5 Prozent.

„Trotz einer geringeren Anzahl von Veranstaltungen konnte eine höhere durchschnittliche Auslastung pro Veranstaltung erzielt werden. Die Nachfrage nach kulturellen Angeboten ist weiterhin vorhanden und konzentriert sich zunehmend auf ausgewählte Veranstaltungen“, erläuterte Baumann.

 

Theater- und Konzertabonnements entwickeln sich unterschiedlich

Auch die Entwicklung der Abonnementzahlen war Gegenstand des Berichts. Beim Theaterabonnement ging die Zahl der Abonnenten von 154 in der Spielzeit 2024/2025 auf 118 in der Spielzeit 2025/2026 zurück. Für die laufende Spielzeit 2026/2027 wird derzeit ebenfalls mit 118 Theaterabonnements gerechnet. Nach dem Rückgang habe sich die Nachfrage damit auf einem stabilen Niveau eingependelt.

Positiv entwickelte sich dagegen das Konzertabonnement. Nach einem Anstieg von 110 auf 128 Abonnements verringerte sich die Zahl in der aktuellen Spielzeit zwar wieder auf 116, liegt damit aber weiterhin über dem Ausgangsniveau. Insgesamt ergibt sich gegenüber der Spielzeit 2024/2025 ein Zuwachs von rund 5,5 Prozent.

Als Gründe nannte Baumann unter anderem Veränderungen im Buchungsverhalten sowie demografische Entwicklungen.

 

Neujahrskonzert und Theater Hof als Besuchermagneten

Zu den erfolgreichsten Veranstaltungen der Spielzeit 2025/2026 gehörte erneut das Neujahrskonzert, das 594 Besucherinnen und Besucher ins Rosenthal-Theater lockte.

Großen Zuspruch fanden außerdem die Gastspiele des Theaters Hof, die durchschnittlich von rund 270 Gästen besucht wurden. Das Konzert der Jungen Tenöre verzeichnete 318 Besucherinnen und Besucher.

Eine besondere Bedeutung misst das Rosenthal-Theater weiterhin den Angeboten für Kinder und Jugendliche bei. Die Schulvorstellungen von „Petterson und Findus“ des Theaters Hof wurden von insgesamt 1.712 Schülerinnen und Schülern sowie Begleitpersonen besucht.

„Die große Resonanz auf die Schulvorstellungen unterstreicht die Bedeutung des Rosenthal-Theaters als kultureller Bildungsort für Kinder und Jugendliche“, betonte Baumann.

 

Trend zu kurzfristigen Ticketkäufen hält an

Auch das Buchungsverhalten der Besucher verändert sich weiter. Neben den klassischen Vorbuchungen sei insbesondere der Trend zu kurzfristigen Ticketkäufen unverändert erkennbar. Durchschnittlich erwerben nach Angaben der Theaterleiterin rund 30 Besucherinnen und Besucher ihre Eintrittskarten erst an der Abendkasse.

Bereits im laufenden Haushaltsjahr 2026 konnten mehrere Veranstaltungen erfolgreich durchgeführt werden. Das Neujahrskonzert der Hofer Symphoniker besuchten 587 Gäste, das Konzert „Beat & Brass“ mit den Fellow Rovers 331 Besucherinnen und Besucher, die Tribute-Show „Tina Turner“ 303 Gäste und die Veranstaltung „Waldgeschratet“ 402 Besucherinnen und Besucher.

Für den im November stattfindenden Auftritt von Harald Schmidt und Volker Heißmann waren bereits Mitte Juni 176 Eintrittskarten verkauft.

 

Planungen für kommende Spielzeiten laufen bereits

Die Spielzeit 2026/2027 ist nach Angaben Baumanns bereits vollständig geplant. Parallel laufen schon die Vorbereitungen für die Saison 2027/2028. Die Termine mit dem Theater Hof und den Hofer Symphonikern stehen bereits fest, weitere Programmhöhepunkte befinden sich in Vorbereitung.

Geplant sind unter anderem ein Konzert der Schlesischen Kammersolisten gemeinsam mit Christoph Soldan anlässlich des Beethoven-Gedenkjahres, ein Schauspielabend mit Hardy Krüger jr., ein weihnachtliches Gospelkonzert, ein Seniorennachmittag mit Kaffee und Kuchen sowie die Veranstaltung „Klingende Bergweihnacht“ mit Stefan Mross.

Darüber hinaus dürfen sich Musikfans auf „A Night of Queen – performed by The Bohemians“ sowie die Rückkehr der bereits 2023 ausverkauften „12 Tenöre“ freuen.

Auch für Familien und Kinder sind wieder mehrere Produktionen vorgesehen. Auf dem Programm stehen unter anderem „Aladin – Das Musical“, „Tabaluga und Lilli“ sowie Gastspiele eines Marionettentheaters.

 

Theater bleibt wichtiger Kulturstandort

Abschließend machte Baumann deutlich, dass das Rosenthal-Theater trotz schwieriger Rahmenbedingungen seinen kulturellen Auftrag weiterhin erfülle. „Unser Ziel bleibt es, auch künftig ein vielfältiges, qualitativ hochwertiges und wirtschaftlich tragfähiges Kulturangebot für alle Generationen bereitzustellen“, sagte die Theaterleiterin.

 

Abos & Tickets

Das aktuell laufende Programm gibt es auf der offiziellen Website des Rosenthal-Theaters Selb sowie online hier im Ticketshop

selb-live.de – Michael Sporer, Foto: Stadt Selb