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django asuel selb 201911.1.2019 – Einen bissig-humorigen Streifzug durch das vergangene Jahr präsentierte Django Asül den zahlreichen Besuchern im Rosenthal-Theater. Das politische Geschehen in Bayern und Deutschland wurde beim Auftritt besonders beleuchtet auf der Bühne in Selb. Auf dieser war der Kabarettist gerne zu Gast, gibt es hier in Anlehnung an das Porzellan zur Tasse doch auch gleich das passende Theater dazu…

Damit hatte er zugleich die Lacher und das Selber Publikum auf seiner Seite. Hintergrundwissen war aber durchaus vonnöten, überwog beim Rückblick auf das Jahr 2018 das Themenfeld Politik. Ins Visier des 46-jährigen Niederbayer geriet da insbesondere Bayerns neuer Ministerpräsident Markus Söder. Ein Franke, einer folglich mit Migrationshintergrund. Einer, der sich zwar ein weiblicheres Kabinett gewünscht habe, aber auf der Suche nach schlauen Frauen nicht fündig geworden sei. Das Raunen bei den Zuhörerinnen verstummte schnell, als Django Asül ergänzte: „Keine Frauen, die mit Söder zusammen arbeiten wollen!“ Und warum es dann bei SPD-Frontfrau Natascha Kohnen bei den Landtagswahlen nicht klappen wollte: „Wer wählt schon eine Diplom-Biologin. Das hat auch schon Anton Hofreiter von den Grünen erfahren dürfen!“ Dagegen Erotik in die Politik bringe Freie Wähler Chef Hubert Aiwanger, „der Wolpertinger der Bayerischen Politik“. Zwar habe dieser gleich nach der Landtagswahl mit wirren Kalkulationen seine Ansprüche auf drei bis fünf Ministerien angemeldet, rate aber schließlich Koalitionären, mit niemanden ins Bett zu gehen, der vier Mal so schwer ist wie man selbst. Zumindest möchte die Bayerische Regierung die Regionen stärken. „So auch mit einem Ankerzentrum die Stadt Hof, dem Guantanamo des Freistaats, mit der Begründung, dass man hier ohnehin nichts mehr verändern müsse“, witzelte Asül.

Mit Blick auf die CSU („Das Kruzifix ist nur deren Franchise-Produkt“) und Horst Seehofer hatte der Kabarettist fast schon etwas Mitleid. Vor allem mit dem Satz, dass Migration die Mutter aller Probleme sei, habe der Innenminister völlig danebengegriffen. Die Wahrheit sei schließlich: „Die Mutter aller Probleme ist Seehofers Mutter!“ Der Fall Maaßen sei für Seehofer nahezu wie für Fußball-Bundestrainer Joachim Löw die Weltmeisterschaft gewesen. Aber gegenüber Löw‘s Absturz sei Angela Merkel in den vergangenen Monaten regelrecht geschwebt. Beim WM-Aus hatte jedoch auch die Bundeskanzlerin ihren Anteil. Bei ihrem Besuch im Trainingslager habe sie schließlich den Fußballern erklärt, man müsse die Abwehrreihen wie die Grenzen offenhalten.

django asuel selb 2019US-Präsident Donald Trump und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron bekamen genauso ihr Fett weg, wie Asül neben den Ereignissen beim FC Bayern oder der Anhörung von Mark Zuckerberg in Brüssel ebenso auf das Feinstaub-Problem einging. Hier findet er eine ganz simple Logik: „Das kommt hauptsächlich vom Bremsen, deshalb muss das verboten werden, womit man dann zugleich weniger Radfahrer hätte“, kommentierte er den Diesel-Skandal.

Angesprochen wurde an diesem Abend weiter Themen wie die Bundeswehr-Flugbereitschaft und Fake-News. Gänzlich weg von der Politik und dem Fußball knöpfte sich Django Asül auch das Deutsche Qualitätsfernsehen vor. Dieses werde von der Suche nach Dessous-Models bis hin zur Nacktschau umso sinnloser, je weniger die Darsteller in den Programmen anhaben. Und wie blöd sozialen Medien seien, zeigte er am Beispiel von Fußball-Spielerfrau Cathy Hummels und deren völlig unnötigen Beiträge im Netz auf. „Sie ist eine so genannte Influencerin“, ist sich der Niederbayer sicher, dass Influencer nur deshalb so heißen, „weil sie mit geistiger Influenza zu tun haben!“

So einfach das Bühnenbild mit nur einem Stehtisch, auf dem griffbereit ein Glas gefüllt mit Tee stand, und lediglich mit einem Manuskript, in das nahezu nicht geblickt wurde, in der Hand, so dürfte Django Asül bei all den oft von sich aus selbst schon komischen Geschehen leichtes Spiel gehabt haben, diese komprimiert wiederzugeben. Gerade aber diese Themen satirisch überspitzt mit entsprechender Rhetorik und Mimik dem Publikum selbstsicher zu servieren, das gelang dem türkischstämmigen niederbayerischen Kabarettisten mit Bravour. Den Zuschauern gefiel der kurzweilige Abend. Und vielleicht wird Asül in zwei Jahren wieder nach Selb kommen. Dann wenn ihm, wie schon diesmal, Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch persönlich wieder einladen wird…

Eintrittskarten im Vorverkauf für die nächsten Highlights im Rosenthal-Theater gibt es übrigens auch einfach und bequem online zum Selbstausdrucken hier im selb-live.de-Ticketshop

selb-live.de – Michael Sporer

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