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bahnhofsareal selb 0721128.7.2021 – Das Bahnhofsareal wird ganz neu entwickelt. Rund um das Bahnhofsgebäude bis zur Kappel erstreckt sich das Projektgebiet. Die Planungen richten sich insbesondere auf den Bahnhofvorplatz, den Quartiersplatz, die Mobilitätstation sowie den Birkenhain. Entstehen soll ein lebendiger Ort mit Aufenthaltsqualität.

Wie bereits mehrfach auf selb-live.de berichtet, handelt es sich beim Bahnhofsareal um ein Projektgebiet im Rahmen der Bayerisch-Tschechischen Freundschaftswochen 2023. Funktional und optisch soll dieses aufgewertet werden. Die städtebauliche Neuordnung des Areals war unter anderem Gegenstand des Europan 15-Wettbewerbs. Aus diesem ging das Büro „Scherben bringen Glück“ als Sieger hervor. Gemeinsam mit der „pauly+fichter Planungsgesellschaft mbH“ wurde das Büro vom Ferienausschuss des Selber Stadtrats in seiner Sitzung im April mit der Planung beauftragt.

Die Entwurfsplanung ist nun weitestgehend abgeschlossen. Vor zwei Wochen fand ein Vor-Ort-Termin statt, bei welchem der aktuelle Planungsstand den Betroffenen und Beteiligten (Akteure der DB, Kaffeerösterei) vorgestellt und mit ihnen abgestimmt wurde. Auch war nochmals ein Abstimmungstermin mit dem Projektverantwortlichen des Bahnhofsgebäudes Selb-Stadt angesetzt.

Die Architekten Roderich Eßmann und Margarita Vollmer („Scherben bringen Glück“) sowie Eun-A Pauly und David Berger („pauly+fichter Planungsgesellschaft mbH“) präsentierten dem Stadtrat das erarbeitete Planungskonzept. Hauptaugenmerk wurde auf den Bahnhofvorplatz, den Quartiersplatz, die Mobilitätstation sowie den Birkenhain gerichtet.

Im direkten Umfeld des Bahnhofsgebäudes ist im östlichen Bereich ein Boccia-Feld sowie ein Spielbereich vorgesehen. Die Wegeverbindung zum Bahngleis, die nach Rücksprache mit der DB als einzige vorgesehen ist, bleibt erhalten. Die vorhandenen Fahrradständer rücken auf die andere Seite dieses Gehweges. Die Vorder- als auch die Rückseite des Gebäudes dienen als Außenbereich des dortigen Cafés. Der Verkehr soll aus dem Goetheplatz herausgenommen und so der Bereich mehr für Fußgänger begehbar gemacht werden. Der repräsentative Charakter des Bahnhofs, insbesondere von der Bahnhofstraße aus gesehen, soll ebenso wie die vorhandene Grüninsel bewahrt werden.

Durch eine Grünstruktur vom Bahnhofsgebäude getrennt steht im westlichen Bereich der Mobility-Hub im Fokus. Dieser wird unterteilt in einen Bereich für Parkplätze für PKW und ÖPNV sowie einer überdachten Mobilitätsstation. Hier werden Sitzmöglichkeiten und Informationen angeboten, hinzu kommen Aufbewahrungsmöglichkeiten für Fahrräder als auch eine Funktionsspange, in der u.a. sanitäre Einrichtungen angedacht sind. Angrenzend in nördliche Richtung folgt ein Quartiersplatz. Veranstaltungen sind hier genauso möglich wie ein Erholungsbereich, der für hohe Aufenthaltsqualität garantieren soll. Wegeverbindungen sind angedacht, um die Besucher durch das Areal intuitiv zu leiten. Auch die Natur spielt eine große Rolle. Der Birkenhain und Wildwuchs sollen erhalten und mit Wegen und Holzdecks erlebbar gemacht werden. Beim vorhandenen Gleisbett ist angedacht, dies mit Rindenmulch aufzufüllen. Der Lokschuppen wird mit an das Areal angebunden. Langfristig möchten die Planer das Bahnhofsareal auch als solches erkennbar lassen. Neben einem Bereich für Wohnungsbau zählt zu den umzusetzenden Ideen weiter das „Aktive Band“. Auch hier sind Sitzmöglichkeiten und Ruhezonen angedacht, im Vordergrund steht hier jedoch auch das Flanieren und Bewegen. Ideallösung: Die Anbindung des Areals über die beiden Grünzonen direkt in den Rosenthal-Park. Freuen dürfen sich zudem die Anwohner auf der Kappel, die über eine entsprechende Wegverbindung mit angebunden werden sollen.

„Das Bahnhofsareal braucht eine dringende Aufwertung und die Sanierung dieser Flächen. Dieser Baustein der Freundschaftswochen passt par excellence rein, in das was wir hier vorhaben“, zeigt sich Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch begeistert. In den Planungen gelungen sei seiner Ansicht nach der bestmöglichen Nutzung der Fläche. Mit eingebunden wurden dazu auch Ideen aus der Bürgerschaft. Der Einklang mit der Natur sei zudem von hohem Wert.

Auf Nachfragen aus dem Gremium ergänzte der Rathauschef, dass mehr Grün natürlich auch mehr Pflege bedürfe, diesem Umstand sei man sich bewusst. Sollte dies über den städtischen Bauhof nicht leistbar sein, so habe man vor Ort auch gute Dienstleister, auf die man eventuell zugreifen könne. Zum Zustand des Bahnhofsgebäudes selbst erklärte Pötzsch, dass man den Eigentümer bereits habe überzeugen können, dass der dortige Café-Betreiber seine Ideen umsetzen konnte. Nun müsse es gelingen zu motivieren, das Gebäude weiter aufzuwerten. Gespräche würden laut Baudirektor Helmut Resch laufen. Gerne werde man seitens der Stadt auch unterstützen, beispielsweise bei der Akquise von Fördermitteln für die Fassadengestaltung.

Der Stadtrat billigte das präsentierte Planungskonzept. Dieses wird nun der weiteren Bearbeitung zugrunde gelegt.

Bild (Quelle Scherben bringen Glück) zum Vergrößern anklicken

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