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rathausschild22.11.2018 – Kräftig sind die Unternehmen in Selb am Investieren, die Anzahl der Arbeitsplätze hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen und auch das Pendlersaldo ist erneut größer geworden – beeindruckende Zahlen als auch Themen wie aus dem Bereich des Tourismus,

Veranstaltungen und weiteren Schwerpunkten hatte Nadja Hochmuth aus dem Amt für Wirtschaftsförderung und Tourismus im Wirtschaftsausschuss des Selber Stadtrats parat…

 

+++ Besichtigung Bauhof +++

„Wir entscheiden oft am Grünen Tisch, dass die das vom Bauhof machen können“, erinnerte Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch an eine oft lapidar getroffene Aussage, er weiß die Arbeit des Städtischen Bauhofs jedoch sehr zu schätzen. Umso wichtiger sei es daher aus seiner Sicht, dass auch die Stadträte einen näheren Einblick in die Tätigkeiten der rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekommen. So ließ sich der Wirtschaftsausschuss im Vorfeld seiner Sitzung über das Betriebsgelände führen und sich von Fuhrpark über die Schreinerei bis hin zur Werkstatt einiges über die jeweiligen Fachgruppen zeigen und erklären. Allein die derzeitigen Aufgaben rund um den Weihnachtsmarkt und die Weihnachtsbeleuchtung beeindruckten. Bemerkenswert auch die Anzahl der aufzustellenden Verkehrszeichen rund um das Porzellinerfest: knapp 400 sind das gesamt, die, nach vorheriger Planung, aufgestellt und später natürlich wieder abgebaut werden müssen. Viele Überstunden sind hier vom motivierten Team erforderlich, um das neben den vielen anderen Aufgaben meistern zu können. Überhaupt erfordern Veranstaltungen jede Menge Men-Power. 145 Kilometer Gesamtstraßenlänge in Selb und den Ortsteilen müssen zudem immer wieder betreut werden, gerade im Winter erfordert das viel Arbeit. Pötzsch freut sich, dass man mit dem Personal im Bauhof zugleich über viel KnowHow verfüge, so oftmals nicht auf Fremdfirmen angewiesen sei.

 

+++ Statistische Kennzahlen +++

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze hat in Selb weiter zugenommen und bewegt sich mittlerweile bei über 7.600. Beeindruckend auch das Pendlersaldo (Anzahl Einpendler abzüglich Auspendler): Dieses ist auf 1.875 gestiegen, dabei pendeln über 4.500 täglich nach Selb Die Arbeitslosenquote liegt im Mittel bei 5 Prozent. Wiederum können im Jahr über 1.000 Zuzüge registriert werden. Die Einwohnerzahl zum Stichtag 1.1.2018 lag bei 16.590.

Angesichts der hohen Pendlerzahlen und der guten Auslastung des Pendlerparkplatzes an der Autobahnausfahrt Selb-Nord erwähnte Walter Wejmelka (SPD), einen weiteren Pendlerparkplatz auch an der Ausfahrt Selb-West mit in Erwägung zu ziehen.

 

+++ Bericht aus der Wirtschaft +++

Vielfach investieren die Unternehmen am Standort. Exemplarisch nannte Nadja Hochmuth die Entwicklung der Firma RAPA. Mit nunmehr über 950 Mitarbeitern ist sie nicht nur der mittlerweile größte Arbeitgeber in Selb. Wurden bereits über 6 Mio. Euro in eine neue Produktionshalle investiert und in diesem Jahr in Betrieb genommen, so werden aktuell nochmals über 11 Mio. Euro für ein weiteres Produktionsgebäude investiert. Das Unternehmen H.C. Starck erweitert ebenso ein weiteres Mal um eine neue Produktionshalle, womit zugleich 50 neue Arbeitsplätze entstehen werden. Eine neue Fertigungshalle errichtet zudem die VISHAY, die erst im September ein neues Ausbildungszentrum eröffnen konnte. Neben den genannten Unternehmen investieren auch einige weitere Firmen, um sich am Standort Selb zu vergrößern.

Seitens der Wirtschaftsförderung war man in den vergangenen Monaten immer wieder bei Firmen zu Besuch, um sich hier direkt mit den Unternehmern austauschen zu können. Weiter wurde dem Gremium von Neueröffnungen und Geschäftsübergaben berichtet.

Die neu erstellte Wirtschaftsbroschüre komme sehr gut an. Hierüber freut sich insbesondere Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch. Mit dem außergewöhnlichen Layout habe man sich etwas getraut. Das sei gelungen, aber im Vorfeld auch mit viel Arbeit verbunden, lobte er zugleich die Arbeit des Amt für Wirtschaftsförderung.

Carsten Hentschel (CSU/FWS) merkte an, ob man sich Selb auf eine Monostruktur hinbewegen würde, seien einige hiesige Firmen seiner Meinung nach von der Autoindustrie abhängig. Nadja Hochmuth widersprach und erklärte, dass sich einige dieser Unternehmen parallel auch anderen Standbeine aufbauen würden. Ulrich Pötzsch bestätigte das. Vielmehr sei man sehr breit aufgestellt, von der einstigen Monostruktur zu Hochzeiten der Porzellanindustrie weit entfernt.

Keine Kenntnisse darüber habe man seitens der Stadt Selb, in welcher Größenordnung die Firmen auf Zeitarbeiter zugreifen. Dabei handele es ich um Betriebsinternas, wurde Roland Graf (SPD) mitgeteilt, der das wissen wollte.

 

+++ Tourismus +++

Die neue E-Bike-Ladestation, der erstellte Gastronomieführer als auch auf den konzipierten Flyer „Rollend durch Selb“, der u.a. den Skatepark, den GoldbergFlow und den Pumptrack aufzeigt, wurde auf die jüngsten Entwicklungen im Bereich Tourismus eingegangen. Zur Nachfrage von Kai Hammerschmidt (SPD) über die zukünftige Entwicklung im Bereich Gastronomie wurde ihm erklärt, dass diese Branche sehr schwierig sei, Nachfragen seien derzeit nicht zu verzeichnen. Auch das Angebot, der Gastronomie in Zusammenarbeit mit dem Digitalen Gründerzentrum Schulungen hinsichtlich der eigenen Vermarktung anzubieten, wurde nur sehr dürftig angenommen, wie Carsten Hentschel auf Nachfrage informiert wurde.

 

+++ Veranstaltungen +++

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit demonstrierte die Stadt Selb zusammen mit der Selb2023 gGmbH in diesem Jahr zum einen bei den Naturerlebnistagen auf dem Goldberg. Vertreten war man gemeinsam auch beim Deutsch-Tschechischen Freundschaftstag in Hof. Über Selb2023 wird die Stadt zudem am 2. Dezember beim Adventsfest in Asch vertreten sein.

Im neuen Jahr wird „100 Jahre Bauhaus“ ein großes Thema sein, das ebenso zum Großteil über das Team der Freundschaftswochen begleitet werden wird. Eifrig nominiert wurde im Internet die Stadt Selb beim Lesefestival „Stadtlesen“ – mit Erfolg: vom 9. bis 12. Mai wird dieses Event voraussichtlich auf dem Martin-Luther-Platz stattfinden.

Am gleichen Wochenende, nämlich am 11. Mai, findet die Neuauflage der „Selber Schlemmernacht“ statt. Diese Veranstaltung fand heuer zum ersten Mal statt. Trotz Gewitter und kräftiger Regenschauer war diese gut besucht und stieß beim teilnehmenden Einzelhandel auf großen Anklang.

 

+++ Projekte +++

Die an den Ortseingängen platzierten Porzellankannen erfahren sehr großes Interesse. Gerade Touristen würden diese immer wieder für Fotos und Selfies nutzen – und diese Bilder natürlich auch im Internet hochladen. Eine sehr gute Werbung, weiß Nadja Hochmuth. Die Bestätigung für diese Aussage kam erst vor kurzem. Die Stadt Selb wurde nämlich erneut von den Reiseexperten von Travelcircus mit einem Instagram Start Award ausgezeichnet. Mit #selb werde über das Soziale Netzwerk viel Positives aus der Stadt weiterkommuniziert. Auf Rang 73 hat sich Selb deutschlandweit bei Städten ähnlicher Größenordnung nach zuletzt Rang 90 im Vorjahr hochgemausert. Ganz vorne in der Rangliste ist die Stadt Füssen mit seinem Magneten dem Schloss Neuschwanstein.

Kai Hammerschmidt erwähnte, dass zwischenzeitlich mehrere Selber Firmen nachgefragt hätten und kleine Kannen mit Firmenlogos auch auf ihren Firmengeländen stellen möchten.

Seitens der Stadt soll die Kanne auch weiter als Merchandisingprodukt genutzt werden. Der Slogan „Gutes machen wir Selber“ wird sich zudem auf immer mehr käuflich zu erwerbenden Artikeln zu finden sein.

Feste Traversen an den Ortseingängen sollen zukünftig die Bewerbung von Veranstaltungen ermöglichen und damit die Werbung an eigens aufgestellten Bauzäunen ersetzen.

Einen „Refresh“ wird im Frühjahr der Selber Wochenmarkt erleben. Konkret wird darüber erst im neuen Jahr eingegangen.

selb-live.de – Michael Sporer